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Medizin

Popstars werben fast ausnahmslos für ungesunde Lebensmittel

Dienstag, 7. Juni 2016

/ dpa

New York – Stars und Sternchen der US-Musikbranche gehen fast alle mit schlechtem Beispiel voran. Sie werben für zuckerhaltige Getränke, Fast Food, Süßigkeiten und kalorienreiche Lebensmittel, statt ihre Prominenz für eine gesunde Ernährung einzusetzen. Das zeigt eine Studie, die Forscher der NYU Langone Medical Center in der Fachzeitschrift Pediatrics publiziert haben.

Anhand der Billboard Magazine’s „Hot 100“ Song Charts und des Teen Choice Awards identifizierten Marie Brugg und ihr Team angesagte Musiker für ihre Analyse. Essen und nicht alkoholische Getränke waren nach Gebrauchsgütern, wie Kopfhörer oder Kosmetik, mit 18 % die zweitgrößte Kategorie, für die US-Musiker warben. 65 Popstars konnten mit 57 Lebensmittel-Marken in Verbindung gebracht werden. Darunter waren Baauer, will.i.am, Justin Timberlake, Maroon 5, Snoop Dogg, Shakira, Usher und Britney Spears.

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Anhand des Nutrient Profile Models ermittelten die Studienautoren den Nährwertgehalt der beworbenen Produkte. Von 26 Lebensmitteln stuften sie 21 als nährstoffarm ein. Bei den Getränken waren 49 von 69 mit Zucker gesüßt. Kalorienhaltige Softdrinks wurden am häufigsten beworben, während Wasser nur dreimal auftauchte.  

Dass ausgerechnet beliebte Popstars für ungesunde Produkte in der Öffentlichkeit werben, sehen die Studienautoren kritisch. Studien hätten bereits gezeigt, dass Lebensmittelwerbung den Appetit fördert und dazu animiert, mehr als nötig zu essen. Die Lebensmittelindustrie würde jährlich 1,8 Milliarden US-Dollar allein in Marketing stecken, dass sich direkt an Jugendliche wendet. Beyoncé Knowles unterschrieb einen Werbevertrag mit Pepsi im Wert von etwa 50 Million US-Dollar und Justin Timberlake erhielt von McDonalds 6 Million US Dollar für die Melodie “I’m lovin’ it”. Seitdem Latino-Rapper Pitbull für den Softdrink Dr. Pepper wirbt, ist der Verkauf unter Latein­amerikanern um 1,7 % gestiegen.

Diese gezielten Marketing-Strategien sind Mitverursacher des zunehmenden Übergewichts bei Kindern, sind sich die Studienautoren sicher. Eine freiwillige Zusicherung der Lebensmittel-Firmen, Kinder unter 12 Jahren mit ihren Werbeformaten nicht zu adressieren, inkludiere keine Teenager. In einer Folgestudien, wollen sie den unterschiedlichen Effekt der Werbung auf Kinder und Erwachsene untersuchen.

Erst kürzlich hatte eine Studie von Foodwatch gezeigt, dass eine Selbstverpflichtung, kein gezieltes Kindermarketing für ungesunde Lebensmittel zu betreiben, von den Herstellern nicht eingehalten wurde. Die Verbraucher­schutzorganisation sowie Diabetes-Organisationen forderten daher, dass auf Kinder ausgerichtete Marketing für diese Lebensmittel müsse per Gesetz eingedämmt werden. Ansonsten werde eine Welle der Fehlernährung und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen nicht zu stoppen sein.

Foodwatch: Kindermarketing bei ungesunden Lebensmitteln verbieten

Berlin – Vor acht Jahren haben sich die größten multinationalen Lebensmittelhersteller dazu verpflichtet, kein gezieltes Kindermarketing für ungesunde Lebensmittel zu betreiben. Diese Selbstverpflichtung haben die Unternehmen, zu denen Ferrero, Danone, Nestlé und Coca-Cola zählen, nicht eingehalten, wie die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch heute in Berlin erklärte. Denn neun von zehn

© gie/aerzteblatt.de

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