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Medizin

Adipositas-Chirurgie senkt Sterblichkeit

Montag, 6. Juni 2016

Göteborg – In Schweden wurden bisher überwiegend positive Erfahrungen mit der Adipositas-Chirurgie gemacht. Nach einer Analyse des schwedischen Patienten­registers, die auf einer Tagung der European Association for the Study of Obesity in Göteborg vorgestellt wurde, haben adipöse Patienten nach der Operation ein niedrigeres Sterberisiko als nicht operierte Patienten mit Adipositas.

Bariatrische Operationen werden in Schweden deutlich häufiger durchgeführt als in Deutschland. Das landesweite schwedische Patientenregister verzeichnet für die Jahre 2000 bis 2011 nicht weniger als 22.581 Operationen. In den meisten Fällen (92,8 Prozent) wurde dabei ein Magenbypass angelegt. Christina Persson von der Sahlgrenska Akademie in Göteborg verglich die Gruppe der operierten Patienten mit 26.112 Patienten, die im gleichen Zeitraum mit der Hauptdiagnose Adipositas im Krankenhaus behandelt wurden, ohne operiert zu werden.

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Während der Nachbeobachtungszeit von etwa 5,5 Jahren starben 4,21 Prozent der nicht-operierten Patienten gegenüber nur 1,11 Prozent der operierten Patienten. Frau Persson gibt die Sterberate mit 7,7 versus 2,1 Todesfälle pro 1.000 Personen und Jahr an. Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Patientenmerkmale ermittelte Persson eine adjustierte Hazard Ratio von 0,43, die mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,37 bis 0,50 hoch signifikant war.

Mit anderen Worten: Das Sterberisiko war nach der Operation um 57 Prozent geringer. Der Unterschied war vor allem auf eine geringere Zahl von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs zurückzuführen. Bei den operierten Patienten fällt ein auffällig hoher Anteil von externen Todesfällen auf. Gemeint sind Unfälle und Suizide. Ihre Gesamtzahl war allerdings nicht höher als bei den nicht operierten Patienten.

Die Ergebnisse der bevölkerungsbasierten Kohortenstudie zeigen laut Persson, dass bariatrische Operationen das Sterberisiko senken können und dass dies überwiegend auf einen Rückgang von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen ist. Dies ent­spricht den bisherigen Erfahrungen, nach denen es bereits kurz nach der Operation und häufig noch vor der Gewichtsabnahme zu einer Verbesserung der Stoffwechsel­parameter kommt. © rme/aerzteblatt.de

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