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Medizin

Infektionen: Wann Kinder oder Schüler zuhause bleiben sollten

Dienstag, 7. Juni 2016

dpa

Stockholm – Derzeit gibt es keine einheitlichen europäischen Regelungen zum Umgang mit Kindern oder Schülern, die an ansteckenden Erkrankungen leiden. Als Vorbereitung für eine Leitlinie hat das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) eine Übersicht über 30 Infektionskrankheiten vorgelegt.

Ob eine einzelne Erkrankung eine Epidemie in Kita, Kindergarten oder Schule auslöst, hängt von der Infektiosität und der Dauer der Ausscheidung ab. Auch die Inkubationszeit vor Auftreten der ersten Symptome ist für die Entscheidung, wie lange ein Kind zuhause bleiben sollte, von Bedeutung. Für einige Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps, Keuchhusten, Röteln und Windpocken scheint ein Ausschluss nicht effektiv zu sein. In allen Untersuchungen, die der Report nennt, konnte eine Ausbreitung durch die Exklusion des erkrankten Kindes nicht verhindert werden. Zu den Impfstoffen scheint es hier keine wirkliche Alternative zu geben.

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Bei gastrointestinalen Viruserkrankungen wie Noro- oder Rotavirus scheint dies schon eher möglich zu sein. In den Studien, die der Report zitiert, mussten die Einrichtungen jedoch häufig über mehrere Tage geschlossen und gründlich gereinigt werden, um die Epidemie zu stoppen. Erkrankte Kinder wurden frühestens 24 Stunden nach der letzten Episode der Erkrankung wieder in die Einrichtung gelassen.

Kinder mit Hepatitis A sollten ausgeschlossen werden, wenn die Erkrankung vollständig abgeklungen ist. Auch hier sollte es dank der Impfung eigentlich keine Epidemien mehr geben. Bei E. coli und anderen bakteriellen Infektionen ist es laut den Studien sinnvoll, zwei oder drei negative Stuhlproben zu fordern, bevor das Kind wieder in die Einrichtung gelassen wird.

Interessant sind die Ergebnisse zur Influenza. Bei einer schweren Grippewelle mit einer Erkrankung von mehr als 10 Prozent der Schüler hat die konsequente Schließung der gesamten Schule für ein oder zwei Tage in Studien tatsächlich einen Effekt erzielt. Bei Scharlach oder einer Streptokokken-Infektion wird häufig geraten, die Kinder über ein bis zwei Tage vom Unterricht fernzuhalten. Beim Scharlach war diese Strategie – trotz Antibiotikabehandlung – nicht immer effektiv.

Für viele andere Erkrankungen, etwa Drei-Tage-Fieber, Erythema infectiosum, RSV-Infektionen oder auch das Pfeiffersche Drüsenfieber gibt es kaum Erkenntnisse aus wissenschaftlichen Studien. Auch hinsichtlich der Inkubationszeiten, der Dauer der Infektiosität oder der Dauer der Ausscheidung bestehen bei vielen Erkrankungen noch große Wissenslücken. © rme/aerzteblatt.de

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