NewsPolitikArzneiversuche: Unionsfraktion bremst Ge­sund­heits­mi­nis­ter Gröhe
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Arzneiversuche: Unionsfraktion bremst Ge­sund­heits­mi­nis­ter Gröhe

Dienstag, 7. Juni 2016

Berlin – Das Vorhaben von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU), die Möglichkeiten für Arzneiversuche an Demenzkranken zu erweitern, ist offenbar nach heftigem Streit unter den Berichterstattern von Union und SPD vertagt worden. Auf Wunsch des Unions-Fraktionsvorstandes finden die Zweite und Dritte Lesung zumindest über diesen Teil des Gesetzentwurfs nicht wie ursprünglich geplant an diesem Donners­tag statt, sondern frühestens in zwei Wochen, wie der Tagesspiegel am Dienstag online berichtet.

Gröhe plant laut einem Gesetzentwurf, dass künftig Arzneimitteltests an Dementen unter bestimmten Bedingungen auch dann möglich sein sollen, wenn sie selbst davon nicht mehr profitieren.

Anzeige

Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung gibt es offenbar auch Kritik am Verfahren. Für Schlussberatung und Beschluss im Bundestag sei am Donnerstagabend um 22 Uhr eine halbe Stunde angesetzt worden. Es gehe „nicht an, dass man eine so wichtige Frage unter Ausschluss der Öffentlichkeit diskutiert“, sagte der CDU-Politiker und frühere Behindertenbeauftragte der Regierung, Hubert Hüppe.

Druck gemacht hatten die unionsinternen Kritiker laut Bericht mit der Drohung, notfalls einen überparteilichen Änderungsantrag einzubringen. Für viele Unionsabgeordnete sei Gröhes Vorhaben „eine Gewissensfrage, wie andere bioethisch brisante Themen wie Patientenverfügung oder Sterbehilfe“, erklärte Hüppe. Bei den Debatten darüber war der Fraktionszwang im Bundestag aufgehoben worden. © kna/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #675503
Widerstand
am Dienstag, 7. Juni 2016, 21:07

Dr. Mengele lässt grüßen

Gröhe plant laut einem Gesetzentwurf, dass künftig Arzneimitteltests an Dementen unter bestimmten Bedingungen auch dann möglich sein sollen, wenn sie selbst davon nicht mehr profitieren.
LNS

Nachrichten zum Thema

30. Oktober 2018
Berlin – Das Potenzial klinischer, nichtkommerzieller Studien ist in Deutschland noch längst nicht ausgeschöpft. Zu diesem Ergebnis kommen sowohl die Senatskommission für Grundsatzfragen in der
Handlungsbedarf bei klinischen Studien
25. Oktober 2018
Berlin – Der geplante Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) hat durch den Wegfall der britischen Zulassungsbehörde Medicines and Healthcare Products Regulatory Agency (MHRA) eine
Brexit bringt Mehrarbeit für deutsche Arzneimittelbehörden
25. Oktober 2018
Berlin/Köln – Damit schwer oder lebensbedrohlich erkrankte Patienten möglichst rasch von neuen Therapien profitieren, werden Arzneimittel gerade in der Onkologie vermehrt beschleunigt zugelassen. Doch
„Bei den beschleunigten Verfahren werden mit sehr begrenztem Wissen Arzneimittel zugelassen“
25. Oktober 2018
Berlin/Bonn – Damit schwer oder lebensbedrohlich erkrankte Patienten möglichst rasch von neuen Therapien profitieren, werden Arzneimittel gerade in der Onkologie vermehrt beschleunigt zugelassen. Doch
„Bedingte Zulassung heißt nicht Verlagerung des Risikos auf Patienten und behandelnde Ärzte“
24. September 2018
Köln – Noch immer halten Wissenschaftler und andere für klinische Studien Verantwortliche Ergebnisse ihrer Untersuchungen zurück. Dass dies offenbar besonders häufig bei universitären Einrichtungen
IQWiG kritisiert laxe Handhabung vieler Universitäten bei der Publikation von Studiendaten
15. August 2018
Köln – Das Deutsche Register Klinischer Studien (DRKS) bietet mittlerweile Informationen zu rund 7.200 hierzulande durchgeführten klinischen Studien. Darauf hat das DRKS zusammen mit dem Deutschen
Deutsches Register Klinischer Studien bietet Zugriff auf mehr als 7.000 Studien
6. August 2018
London – Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) schätzt, dass es einen zusätzlichen Krebsfall pro 5.000 Patienten geben könnte, die verunreinigte Valsartanmedikamente in der höchsten Dosis von 320
LNS
NEWSLETTER