NewsPolitikMichalk: „Bürgerversicherung ist kein Konzept für die Zukunft“
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Michalk: „Bürgerversicherung ist kein Konzept für die Zukunft“

Mittwoch, 8. Juni 2016

Berlin – Unversöhnlich stehen sich die Gesundheitspolitikerinnen der großen Koalition bei den Ideen zur künftigen Finanzierung des Gesundheitswesens gegenüber. „Die Bürgerversicherung ist kein Konzept für die Zukunft“, erklärte Maria Michalk, gesund­heits­politische Sprecherin der Unions-Fraktion auf dem Hauptstadtkongress. In der Diskussionsrunde widersprach ihr ihre Koalitionskollegin Hilde Mattheis: „Unter dem Aspekt der Solidarität ist die Bürgerversicherung der richtige Schritt, die Versorgung auch weiterhin bezahlen zu können“, so die SPD-Politikerin.

Vor einer großen Reform des Morbi-RSA plädiert sie zunächst für kleinere Reform-Schritte: So müsse es eine Rückkehr zur Parität bei den Beitragssätzen geben, Zusatzbeiträge müssten abgeschafft werden, außerdem müsse die Beitrags­bemessungs­grenze erhöht werden. Auch die Grünen-Politikerin Maria Klein-Schmeink forderte, die „Irrwege der Gesundheitspolitik aus den vergangenen Jahren“ aufzugeben. „Mit den Zusatzbeiträgen wurde die Solidarität in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung ohne Not aufgegeben“, so die Oppositionspolitikerin. Dabei stellte sie klar, dass eine Bürgerversicherung nicht mit einer Einheitsversicherung gleichzusetzen sei.

Anzeige

Änderungsbedarf an der Finanzierungsgrundlage der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung sieht Michalk dagegen derzeit nicht. Vielmehr müssen die Bürger mehr Einblicke bekommen, welche Kosten im Gesundheitssystem verursacht werden. Mit dieser Transparenz hofft sie auf mehr Verantwortungsbewusstsein bei den Bürgern. Sie plädiert dafür, künftig mehr für Prävention zu tun – nicht erst, wenn die Menschen krank seien. Hier müsse deutlich vor der Entwicklung von chronischen Krankheiten angesetzt werden.

Klein-Schmeink forderte die Mitglieder der Regierungskoalition auf, noch in dieser Legislaturperiode entsprechende Gutachten zur Reform des Morbi-RSA in Auftrag zu geben. „Sonst ist wieder klar, was passiert: Wir warten bis zum Ende der nächsten Legislaturperiode, bis was passiert“, so Klein-Schmeink. © bee/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. Februar 2019
Berlin – Ein sofortiges Ende von Betrugsvorwürfen gegenüber Ärzten fordern die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), der Deutsche Hausärzteverband und weitere Ärzteorganisationen. Dabei geht es um
Ärzteschaft wehrt sich gegen Betrugsvorwürfe
15. Januar 2019
Berlin – Eine Reform des morbiditätsorientierten Risiko­struk­tur­aus­gleichs (Morbi-RSA) soll offenbar nun zügig auf den Weg gebracht werden. Wie im Versichertenentlastungsgesetz (VEG) beschlossen, soll
Debatte um Reform des Morbi-RSA startet
2. Januar 2019
Düsseldorf – Der Chef der Barmer, Christoph Straub, hat erneut die Verteilung der Mittel aus dem Gesundheitsfonds durch den Risiko­struk­tur­aus­gleich kritisiert. „Weil es in den Städten mehr Ärzte,
Risiko­struk­tur­aus­gleich: Barmer-Chef will mehr Geld für Versicherte in Städten
20. November 2018
Berlin – Die vergleichsweise häufigen Arztbesuche von Großstadtbewohnern sollten sich aus Sicht der Techniker Krankenkasse in höheren Zuweisungen aus dem Risiko­struk­tur­aus­gleich der Krankenkassen
Krankenkasse wünscht sich mehr Geld für Großstädter aus dem Risiko­struk­tur­aus­gleich
4. Oktober 2018
Berlin – Mit dem geplanten GKV-Versichertenentlastungsgesetz (GKV-VEG) strebt Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) eine umfassende Reform des morbiditätsorientierten Risiko­struk­tur­aus­gleichs
Morbi-RSA: Geplante Reform spaltet Gemüter der Krankenkassen
14. September 2018
Berlin – Die Innungskrankenkassen (IKK) haben sich für eine schnelle Reform des morbiditätsorientierten Risiko­struk­tur­aus­gleichs (Morbi-RSA) ausgesprochen. Demnach sollten Kodierrichtlinien mit
Innungskrankenkassen wehren sich gegen Manipulationen im Risiko­struk­tur­aus­gleich
30. August 2018
Berlin – Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat den langjährigen Vorsitzenden des Beirats des Bundesversicherungsamtes zur Weiterentwicklung des Risiko­struk­tur­aus­gleichs, Jürgen Wasem, nicht
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER