Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Ärzte loben Rezept für Bewegung

Freitag, 10. Juni 2016

/dpa

Hamburg – Das sogenannte Rezept für Bewegung kann dabei helfen, Patienten zu einem gesünderen Lebensstil mit mehr Bewegung zu motivieren. Das berichten der Hamburger Sportbund und die Ärztekammer der Stadt nach einer Umfrage unter rund 300 Ärzten in Hamburg.

Mit dem „Rezept für Bewegung“ können Ärzte Patienten eine schriftliche Empfehlung für körperliche Aktivität geben. Neben den individuellen Trainingsschwerpunkten enthält es auch Informationen zu qualitätsgesicherten, gesundheitsorientierten Bewegungsange­bo­ten im Umfeld des Patienten.

Laut Umfrage vergab jeder der teilnehmenden Ärzte rund 60 Rezepte pro Jahr. Beson­ders häufig setzen sie das Rezept für Bewegung bei Adipositas, Muskel-, Herz-Kreislauf-, Schmerz- und Atemwegserkrankungen ein. Außerdem bei geriatrischen Erkrankungen, neurologischen Erkrankungen und Hautleiden. Außerdem kommt es bei der Behandlung von Suchterkrankungen und Schlaf-Apnoe zum Einsatz sowie zum Abbau von Stress.

Die Patienten reagieren nach Angaben der Befragten positiv auf das Rezept, da es individuell auf sie abgestimmt sei. Die Wirkung des Rezeptes ist laut Ärztekammer aus datenschutzrechtlichen und organisatorischen Gründen nicht systematisch zu evalu­ieren. Aber rund zwei Drittel der Ärzte, die mit den Patienten über die Rücksprache hielten, schätzten, dass rund 43 Prozent der Patienten der Bewegungsempfehlung folgten. Über die Hälfte der Ärzte resümiert, dass sich der Gesundheitszustand ihrer Patienten daraufhin verbesserte.

Um das Rezept zukünftig noch erfolgreicher zu etablieren, sei eine weitere Verbreitung und bessere Aufklärung über das Konzept sinnvoll. „Wir nehmen uns dieser Aufgabe gern an, denn aus ärztlicher Sicht ist Prävention sehr viel effektvoller als die Bemüh­ungen um eine kostengünstige Therapie. Dafür braucht man allerdings einen sehr lan­gen Atem. Denn in vielen Bereichen ist der Erfolg erst nach Jahren messbar“, sagte der Vizepräsident der Kammer, Klaus Schäfer.

Der Vizepräsident des Hamburger Sportbundes, Thomas Fromm, appellierte an die Ärzte, das Rezept einzusetzen: „Mit dem Rezept für Bewegung erreichen wir Menschen, die noch weit weg sind vom Sport. Das gelingt uns nur mit Hilfe der Hamburger Ärzte und der Ärztekammer. Je mehr Rezepte ausgegeben werden, desto näher kommen wir einer gesunden Stadt“, betonte er. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

17.08.17
Berlin – Gesundheitlich geht es den Deutschen gut. Mehr als zwei Drittel schätzen ihren eigenen Gesundheitszustand als „gut“ (39 Prozent), „sehr gut“ (20 Prozent) oder sogar „ausgezeichnet“ (neun......
04.08.17
Pflegekräfte brauchen Gesundheits­prävention
München – Pflegekräfte haben einer Umfrage zufolge einen großen Bedarf an Gesundheitsprävention. Das ist das Ergebnis einer von Gesundheitsforschern der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU)......
31.07.17
Hörverlust: Trotz lauter Musik hören Jugendliche weiterhin gut
Los Angeles/San Francisco – Jugendliche hören heute mehr laute Musik über Kopfhörer als sie dies noch 1988 taten. Entgegen früheren Studien soll das Gehör darunter jedoch nicht akut leiden. Zumindest......
28.07.17
Deutschland schneidet bei Alkoholprävention schlecht ab
Berlin – Deutschland schneidet beim Kampf gegen schädlichen Alkoholkonsum schlecht ab. Im Ländervergleich ist es in vielen Bereichen nur mittelmäßig, häufig sogar weit hinten, wie aus einem neuen......
25.07.17
Berlin – Der Gesetzgeber will künftig einen berufsbezogenen Gesundheitscheck für Arbeitnehmer ab 45 Jahren erproben. Die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation (Degemed) mahnt, den......
24.07.17
Inhaltsstoff von Erbeeren könnte Alzheimer entgegenwirken
La Jolla – Der gelbe Farbstoff Fisetin, der auch in Erdbeeren nachweisbar ist, könnte dabei helfen die Entwicklung von Alzheimer zu verhindern. Das zeigen Versuche mit Mäusen über die Forscher um......
24.07.17
Appell: Ärzte sollen Forderungen gegen Fehlernährung unterschreiben
Berlin – Ärztinnen und Ärzte sind aufgerufen, einen offenen Brief an die Bundesregierung sowie an die Parteivorsitzenden für die Prävention nicht übertragbarer chronischer Krankheiten zu......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige