NewsMedizinDepressionen: Bluttest identifiziert resistente Patienten vorab
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Depressionen: Bluttest identifiziert resistente Patienten vorab

Dienstag, 14. Juni 2016

London – Ein neuer Test mit zwei Biomarkern sagt vorher, ob Patienten mit Depressionen auf herkömmliche Antidepressiva ansprechen oder resistent sind. Der Bluttest detektiert zwei entzündliche Faktoren. Steigen diese Zytokine über ein bestimmtes Level, können Ärzte die Therapie individuell anpassen. Die Ergebnisse wurden im International Journal of Neuropsychopharmacology (doi:10.1093/ijnp/pyw045) publiziert.

Menschen mit Depressionen, die gegen herkömmliche Antidepressiva resistent sind, haben im Plasma oder im Serum höhere Konzentrationen entzündlicher Biomarker. Das zeigen frühere Studien. Annamaria Cattaneo vom King's College London und ihr Team untersuchten mehr als 140 Patienten mit Depressionen, von denen mehr als 30 % nicht auf herkömmliche Antidepressiva reagierten. Sie konnten zwei Biomarker identifizieren, die ab einem bestimmten mRNA-Level auf eine Resistenz hindeuten. Es handelt sich um den Makrophagen Migrations-Inhibitions Faktor (MIF) und Interleukin (IL)-ß. Ein dritter Entzündungs-Faktor, TNF-alpha, konnte hingegen ausgeschlossen werden.

Anzeige

Bei mehr als der Hälfte aller Patienten mit Depressionen wirkt die erste Wahl Antidepressiva nicht. Ein Drittel ist für sämtliche Medikamente gegen Depressionen resistent. Welche Therapie den Betroffenen hilft, erproben Ärzte derzeit noch nach dem „Try and Error“-Prinzip, was Monate dauern kann. Der neue Bluttest könnte resistente Patienten ausfindig machen, die eine alternative Therapie-Strategie benötigen, erklären die Studienautoren. Inwieweit die Kombination eines Antidepressivums mit einem Entzündungshemmer die Depression bei dieser Patientengruppe verbessert, soll in einer weiteren Studie untersucht werden. © gie/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #714251
Frau N.
am Mittwoch, 15. Juni 2016, 09:51

Fehlerteufelchen

... es müsste meines Wissens nach "Trial and Error" heißen, nicht "Try and Error".
LNS

Nachrichten zum Thema

10. September 2020
Berlin – Auf die besondere Bedeutung der Suizidprävention in Krisenzeiten weist die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) hin. Die seit
Fachgesellschaft fordert umfassende Public-Health-Strategie zur Suizidprävention
6. August 2020
Boston – Obwohl mehrere Beobachtungsstudien auf ein erhöhtes Risiko von Depressionen bei Menschen mit Vitamin D-Mangel hingewiesen haben, blieb die Behandlung mit dem sogenannten Sonnenhormon in einer
Vitamin D kann Depressionen bei Erwachsenen in großer Studie nicht verhindern
30. Juli 2020
Brighton/England – Nach der Hypothese der Darm-Hirn-Achse können Darmbakterien den Gemütszustand des Menschen beeinflussen und im ungünstigen Fall mentale Erkrankungen verursachen. In den letzten
Darm-Hirn-Achse: Können Prä- und Probiotika Angstzustände und Depressionen lindern?
8. Juli 2020
Köln – In Deutschland leiden rund 2,5 Prozent der Menschen an einer Herbst-Winter-Depression. Die Betroffenen haben saisonal auftretende Symptome wie gedrückte Stimmung, Interessenslosigkeit, einen
Lichttherapie hilft bei Herbst-Winter-Depression – zumindest kurzfristig
18. Juni 2020
Stockholm – Eine Minderheit von Patienten, die mit Antidepressiva aus der Gruppe der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) behandelt wird, neigt möglicherweise zu kriminellen Handlungen. Dies kam in
SSRI-Antidepressiva könnten Gewalttätigkeit einiger Patienten erhöhen
25. Mai 2020
Hannover – Die Zahl der Menschen mit diagnostizierten depressiven Episoden steigt. Wie die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) heute in Hannover mitteilte, ist bundesweit mittlerweile fast jeder achte
Kasse weist auf mehr depressive Episoden hin
1. April 2020
Hannover − Gesundheitsexperten weisen auf besondere Belastungen für an Depressionen erkrankte Senioren in der Coronakrise hin. Da diese aufgrund des Alters und von Vorerkrankungen zur
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER