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Medizin

Wie Antibiotika die frühkindliche Entwicklung des Mikrobioms beeinflussen

Donnerstag, 16. Juni 2016

New York - Kinder, die in ihren ersten Lebensjahren wiederholt mit Antibiotika behandelt wurden, haben eine geringere Vielfalt von Mikroorganismen im Darm. Wie sich das Mikrobiom in den ersten Lebensjahren entwickelt wurde im Rahmen von zwei Studien mit mehr als 80 Kindern untersucht. Die Ergebnisse haben die Wissenschaftler in Science Translational Medicine (doi: 10.1126/scitranslmed.aad712110.1126/scitranslmed.aad0917) publiziert.

Die Forscher um Nicholas Bokulich vom New York University Langone Medical Center untersuchten die Entwicklung des Mikrobioms von 43 Kindern innerhalb der ersten beiden Lebensjahr vom Zeitpunkt der Geburt anhand von Stuhlproben von Mutter und Kind. Diverse Faktoren reduzierten dabei die Diversität der Bakterienvielfalt im Darm und verzögerten deren Entwicklung: wiederholte Gabe von Antibiotika, Kaiserschnitt und künstliche Säuglingsnahrung.

Zudem beeinflusst das Mikrobiom der Mutter während des Geburtsvorgangs die Zusammensetzung der kindlichen Mikroorganismen, sowie das Stillen und der Hautkontakt. Lachnospiraceae sp. und andere Bakterienfamilien der Ordnung Clostridiales reagierten besonders sensitiv auf Antibiotika. Lachnospiraceae produzieren bei Säugetieren Butyrate und andere kurzkettige Fettsäuren, die vermutlich in Zusammenhang mit dem regulatorischen T-Zellen des Immunsystems stehen und somit die Entstehung von Allergien oder Diabetes beeinflussen könnten.

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In einer zweiten Studie analysierten Moran Yassour und seine Kollegen vom Broad Institute of Massachusetts Institute of Technology (MIT) und der Harvard University monatlich Stuhlproben von 39 Kindern innerhalb der ersten drei Lebensjahre. Etwa die Hälfte der Kinder hatten 9 bis 15 Antibiotika-Therapien erhalten, meist aufgrund von Ohrentzündungen. Auch sie konnten zeigen, dass eine wiederholte Antibiotika-Gabe die Diversität des Mikrobioms reduzierte und Antibiotika-Resistenz-Gene kurz nach der Therapie vorübergehend nachweisbar waren.

Das Mikrobiom entwickelt sich während der ersten drei Lebensjahre und ändert in dieser Zeit stetig seine Zusammensetzung. Anschließend stabilisiert sich die Komposition der Mikroorganismen. In früheren Studien konnte bereits geziegt werden, dass Antibiotika, die Art der Geburt und die frühkindliche Ernährung sich auf das Risiko eines Diabetes, Adipositas oder Allergien auswirken. Die Ursache hierfür vermuten Forscher unter anderem im Mikrobiom. © gie/aerzteblatt.de

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