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Deutsche sehr offen für smartphonebasierte Überwachung von Vitalfunktionen

Mittwoch, 15. Juni 2016

dpa

Köln – Fast jeder zweite Deutsche hält vernetzte sogenannte Health-Tracker zur Kontrolle der Vitalfunktionen für sinnvoll. Hierzu gehören beispielsweise smart­phonefähige Blutzucker- und Blutdruck-Messgeräte. Besonders hoch ist das Interesse unter den 18- bis 29-Jährigen. In dieser Zielgruppe finden 61 Prozent solche vernetzten Gesundheitsprodukte ansprechend.

Das zeigt eine Befragung des Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov unter 2.035 Personen in Deutschland – per definitionem handelt es sich damit um eine bevölkerungsrepräsentative Umfrage. Zwei Drittel der Deutschen empfinden es danach als Vorteil, dass ein Arzt sie bei entsprechender Vernetzung im Fall von bedenklichen Vitalwerten ansprechen könne. 64 Prozent der Befragten sehen die Möglichkeiten als Vorteil, Therapien anhand der Daten genauer auszurichten.

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Noch größer ist die Zustimmung, wenn es um vernetzte Gesundheitsgeräte geht, die älteren Menschen oder chronisch Kranken die Aussicht bieten, länger im gewohnten Umfeld zu leben. Ein Beispiel dafür ist ein automatischer Sturzsensor in der Armband­uhr. Drei Viertel der Deutschen (72 Prozent) halten derartige Geräte im Falle einer eigenen Pflegebedürftigkeit für ansprechend. Im Falle von pflegebedürftigen Angehörigen steigt der Anteil der Interessierten laut der Umfrage auf 80 Prozent.

Der Datenschutz bleibt dabei aber eine große und offene Frage: So äußern 71 Prozent Bedenken bezüglich der Sicherheit bei der Datenübertragung. Ebenso hat eine Mehrheit der Deutschen (70 Prozent) Bedenken bezüglich des vertrauensvollen Umgangs mit ihren Gesundheitsdaten. Würden Krankenkassen vernetzte Gesundheitsgeräte gegen Speicherung der Gesundheitsdaten bezuschussen oder sogar kostenfrei zur Verfügung stellen, würde nur jeder Fünfte (22 Prozent) das Angebot annehmen. Ein Viertel (26 Prozent) der Deutschen würde dieses Angebot ablehnen, während die große Mehrheit (52 Prozent) unentschieden ist.

Der Schutz der persönlichen Gesundheitsdaten beschäftigt auch die Ärzteschaft in Deutschland intensiv. „Sensible Gesundheitsdaten sind heiß begehrt. Deshalb muss sichergestellt sein, dass niemand unwissentlich mit persönlichen Daten für scheinbar kostenlose Gesundheits-Apps bezahlt“, sagte der Präsident der Bundes­ärzte­kammer, Frank Ulrich Montgomery, Anfang Juni in Berlin. Er verwies dabei auch auf eine Forderung des 119. Deutschen Ärztetages Ende Mai in Hamburg. Die Delegierten hatten betont, die Kontrolle der Nutzer über ihre eigenen Daten müsse stets gewährleistet sein. Es sei unter anderem sicherzustellen, dass Daten aus Gesundheits-Apps nicht zur individuellen Risikoadjustierung privater Kran­ken­ver­siche­rungstarife dienten.

„Unsere Ergebnisse zeigen ein deutliches Interesse an smarten Lösungen zur Überwachung von Gesundheitsinformationen in der Bevölkerung“, kommentiert Holger Geißler von YouGov die Befragungsergebnisse. Gleichzeitig werde deutlich, dass Politik, Anbieter und Krankenkassen Fragen rund um den Datenschutz sehr ernst nehmen müssten, um den Verbrauchern die Scheu vor den neuen Technologien zu nehmen, so Geißler weiter. © hil/aerzteblatt.de

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