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Medizin

Fumarate möglicherweise auch bei Parkinson einsetzbar

Donnerstag, 16. Juni 2016

Augusta – Parkinson-Patienten, die das Medikament Monomethylfumarat, ein Derivat des Multiple-Sklerose (MS)-Medikaments Dimethylfumarat, einnehmen, könnten ihren Krankheitsverlauf wesentlich verlangsamen. Bobby Thomas am Medical College of Georgia der Augusta University beschreibt mit seiner Arbeitsgruppe in The Journal of Neuroscience den Mechanismus, der hierbei zum Tragen kommt (2016; doi: 10.1523/JNEUROSCI.0426-16.2016).

Dimthylfumarat ist ein Medikament, welches Ärzte bei der MS zur Schubprophylaxe einsetzen. Es reduziert die Schubhäufigkeit und hat neuroprotektive sowie entzündungshemmende Effekte. Die Wirkung beruht vermutlich auf einer Aktivierung des sogenannten Nrf2-Signalwegs. Nrf2 ist ein Transkriptionsfaktor, welcher die Synthese von Proteinen verstärkt, die antioxidative und zellschützende Effekte hervorrufen. Gleichzeitig hat es jedoch einen immunsupressiven Effekt. Monomethylfumarat ist ein Metabolit des Dimethylfumarat. Es hat einen schwächeren induktiven Effekt, löst jedoch auch weniger gastrointestinale Symptome aus.

Die Ursachen des idiopathischen Parkinson-Syndroms liegen weitestgehend im Dunkeln. Bei Parkinson wird jedoch Nrf2, ebenso wie bei der MS, nur ungenügend exprimiert. Dies war für die Wissenschaftler Grund, einen möglichen Nutzen des Monomethylfumarat näher zu untersuchen.

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Die Forscher entwickelten ein Tiermodell, bei welchem sie bei Mäusen durch ein Neurotoxin den Untergang von dopaminergen Neuronen auslösten. Zuvor hatten die Tiere jedoch Monomethylfumarat, Dimethylfumarat oder ein Placebo erhalten.

Durch die Gabe der aktiven Substanzen gelang es den Forschern, die dopaminergen Neuronen vor dem Untergang zu schützen. In weiteren In-Vitro-Versuchen an Hirnzellen konnten die Forscher nachweisen, dass die Gabe von Monomethylfumarat den Sauerstoffumsatz in den Mitochondrien und die Glykolyse erhöhte sowie den Glutathionverbrauch senkte. Diese Faktoren reduzierten den oxidativen Stress in den Zellen. Experimente an Knockout-Mäusen zeigten außerdem, dass diese Effekte tatsächlich durch den Nrf2-Signalwegs vermittelt wurden.

Die Ergebnisse sprechen nach Ansicht der Forscher dafür, dass Monomethylfumarat bei rechtzeitiger Anwendung den Progress eines Parkinson hinauszögern kann. Sie möchten die Substanz daher in einer klinischen Studie testen. © hil/aerzteblatt.de

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