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Ärzteschaft

Ärzte sollen Telematik nicht IT-Spezialisten und Ökonomen überlassen

Freitag, 17. Juni 2016

Münster – Ärzte sollten die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung aufgreifen und die neuen Technologien und ihre Möglichkeiten nicht allein IT-Spezialisten und Ökonomen überlassen. Dazu hat der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Theodor Windhorst, im Vorfeld des Westfälischen Ärztetages aufgerufen. Dieser Tag findet morgen statt und steht unter dem Thema „Elektronische Vernetzung im Gesundheitswesen — Chancen für Patienten und Ärzte“.

Ärzte müssen Anwälte der Patienten bleiben
Elektronische Kommunikation und telematische Anwendungen böten faszinierende Möglichkeiten und würden an vielen Stellen der Patientenversorgung bereits sinnvoll genutzt, so Windhorst. Die Ärzteschaft erhoffe sich durch die Digitalisierung, dass die Versorgungsqualität steige und Ärzte bei der täglichen Arbeit entlastet würden. „Aber gerade auch hier sind wir Ärzte als Anwälte unserer Patienten gefragt“, sagte der Kammerpräsident. Die Sicherheit der Gesundheitsdaten sei eine Grundlage für das vertrauensvolle Miteinander von Arzt und Patient.

Windhorst bezog sich damit auch auf Warnungen des 119. Deutschen Ärztetages und der Bundes­ärzte­kammer. Die Ärztetags-Delegierten hatten unter anderem davor gewarnt, Daten aus Gesundheits-Apps in der geplanten elektronischen Patientenakte zu sammeln und diese von den Krankenkassen verwalten zu lassen.

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Entsolidarisierung in der Kran­ken­ver­siche­rung
Diese Sorge treibt auch die Politik um: So warnte der Staatssekretär im Bundesminis­terium für Gesundheit, Lutz Stroppe, die Krankenkassen davor, mit dem Smartphone erhobene Daten zu verwenden, um individualisierte Kran­ken­ver­siche­rungstarife zu entwickeln. „Das wäre eine Entsolidarisierung in der Kran­ken­ver­siche­rung, die wir auf keinen Fall zulassen können“, sagte er Anfang Juni auf einer Expertentagung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Windhorst betonte, trotz der vielen Möglichkeiten der Digitalisierung sei der persönliche Kontakt zwischen Arzt und Patient weiterhin unentbehrlich. Die ärztliche Berufsordnung lasse zu Recht keine finalen Diagnosen ohne ärztlichen Erstkontakt zu – Ärzte dürften also keine Diagnosen stellen, ohne einen Patienten jemals unmittelbar betreut zu haben, so der Kammerpräsident. © hil/aerzteblatt.de

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