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Ausland

Überhöhte Preise gefährden Arzneimittelzugang in einigen EU-Mitgliedsstaaten

Freitag, 17. Juni 2016

Luxemburg/Berlin – Die Ge­sund­heits­mi­nis­ter der Europäischen Union zeigen sich be­sorgt über überhöhte Preise für neue Arzneimittel. Wegen des hohen Preisni­veaus sei der Zugang zu wirksamen und unverzichtbaren Medikamenten in einer Reihe von Mitgliedsstaaten gefährdet, erklärte der EU-Ge­sund­heits­mi­nis­terrat heute in einer Erklärung. Ein Grund für überhöhte Preise sei der Trend in der Pharmaindustrie, neue und sehr teure Arzneimittel für immer kleinere Patientengruppen zu entwickeln. Oft sei der Nutzen dieser Medikamente aber nicht belegt, stellten die Minister fest.

Der Spitzenverband der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV-Spitzenverband) be­grüßte die Position der Ge­sund­heits­mi­nis­ter: „Ebenso wie die europäischen Gesund­heits­minister befürchten wir, dass durch überhöhte Preise der Zugang zu wirksamen und bezahlbaren Arzneimitteln in der EU gefährdet ist“, sagte Johann-Magnus von Stackel­berg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes.

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Auch der Vorschlag, bestehende Anreize zur Entwicklung von Arzneimitteln syste­matisch zu überprüfen, stößt beim GKV-Spitzenverband auf Zustimmung. „Dabei sollten auf jeden Fall die Ergebnisse der beschleunigten Zulassung einbezogen werden“, regte von Stackelberg an. Bislang würden bei beschleunigt zugelassenen Arzneimitteln zugesagte Daten aus dem Versorgungsalltag meist nur unvollständig von den Herstellern nachge­reicht.

„Dieses saloppe Auslegen der Vorschriften geht zulasten von Patienten und öffnet fahrlässig eine Sicherheitslücke“, mahnte der stellvertretende Vorsitzende des GKV-Spitzenverbands. Deshalb müsse eine beschleunigte Zulassung von Arzneimitteln unbedingt eine Ausnahme bleiben.

Die Forderungen der europäischen Gesundheitspolitiker richten sich als sogenannte Schlussfolgerungen des Rates „Beschäftigung, Sozialpolitik, Gesundheit und Ver­braucher­schutz“ an die EU-Kommission und die Ge­sund­heits­mi­nis­ter der jeweiligen Mitgliedsstaaten. Mit ihnen sollen Änderungen der Gesetzgebung im Arzneimittelbereich angeregt werden. © hil/aerzteblatt.de

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