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Politik

Gute Konjunktur hält die Krankenkassen im Plus

Dienstag, 21. Juni 2016

Berlin – Die anhaltend gute Konjunktur und Beschäftigungslage in Deutschland haben der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) im ersten Quartal einen Überschuss von 406 Millionen Euro beschert. Die Reserven steigen damit auf rund 15 Milliarden Euro. Laut den vor­läufigen Finanzergebnissen des ersten Quartals 2016 standen Einnahmen von rund 55,82 Milliarden Euro Ausgaben von rund 55,41 Milliarden Euro gegenüber. Damit sind die Einnahmen je Versicherten um 4,3 Prozent und die Ausgaben je Versicherten um 3,2 Prozent gestiegen.

Laut Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) stehen die Kranken­­kassen damit „auch im Jahr 2016 auf einer sehr soliden Grundlage“. Sein Ministerium rechnet auf Grund der günstigen konjunkturellen Lage auch für das Gesamt­jahr 2016 mit weiter steigen­den Einnahmen.

Zur guten Finanzentwicklung der Kassen haben vor allem die steigenden Ein­nahmen beigetragen. So lag etwa der Ausgabenzuwachs für Krankenhausbehandlungen im ersten Quartal 2016 mit 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszuwachs 2015 genauso hoch. Wegen deutlich steigender Versicher­ten­zahlen beträgt das Ausgabenplus 2016 je Versicherten aber nur 2,4 Prozent. „Von dem steigenden Beitragsaufkommen in der GKV kommt bei den Krankenhäusern viel zu wenig an“, kommentierte der Hauptgeschäfts­führer der Deutschen Krankenhaus­gesellschaft (DKG), Georg Baum, diese Zahlen.

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Allerdings erscheinen laut BMG die mit dem Krankenhausstrukturgesetz verbundenen Mehr­ausgaben von Januar bis März noch nicht vollständig in der Rechnung. Die Ausga­ben für Krankenhausbehandlungen, die mit 70,35 Milliarden Euro im vergangenen Jahr den größten Finanzposten der GKV darstellten, würden daher im Jahresverlauf stärker steigen.

Im Bereich der vertragsärztlichen Vergütung stiegen die Ausgaben je Versicherten um rund 3,9 Prozent an. Allerdings liegen die Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Verei­nigungen für das erste Quartal noch nicht vor. Die 3,9 Prozent sind daher eine Schätzung, die nur begrenzte Schlüsse auf die Ausgabenentwicklung im Gesamtjahr zulässt.

Nach Zuwächsen von 9,4 Prozent je Versicherten im Jahr 2014 und rund 4 Prozent 2015 sind die Arzneimittelausgaben der Krankenkassen im ersten Quartal 2016 je Versicher­ten um 3,0 Prozent und absolut um 3,8 Prozent gestiegen. Die Rabattverträge der Krankenkassen mit den Herstellern haben die GKV laut Ministerium deutlich entlastet: Die Kassen haben in den ersten drei Monaten durch die Verträge rund 835 Millionen Euro gespart.

Eine neue Entwicklung gibt es beim Krankengeld: Nach mehreren Jahren mit hohen zum Teil zweistelligen Zuwächsen sind die Ausgaben mit einer Veränderungsrate von minus 0,1 Prozent je Versicherten erstmals gegenüber dem Vorjahresquartal nahezu stabil geblieben.

Erwünscht ist das hohe Ausgabenplus von rund 45 Prozent bei Präventionsleistungen: Die Kassen gaben dafür von Januar bis März rund 106 Millionen Euro aus. „Die erfreu­liche Entwicklung gerade in den betrieblichen und nicht-betrieblichen Lebenswelten, also in den Bereichen, in denen wichtige Weichenstellungen für ein gesundheitsbewusstes Leben vorgenommen werden können, ist auf das neue Präventionsgesetz zurückzu­führen, mit dem die Krankenkassen verpflichtet wurden, ihr bisher sehr geringes Engagement in den Lebenswelten deutlich auszubauen“, hieß es aus dem BMG. © hil/aerzteblatt.de

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