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Rabatte und Belohnungen: Generali startet Bonus-Programm

Donnerstag, 23. Juni 2016

Frankfurt/Main – Mit einem Prämien-System für gesundheitsbewusstes Verhalten will der Versicherer Generali neue Kunden gewinnen. Das Programm Generali Vitality starte am 1. Juli und biete „zahlreiche Möglichkeiten, die Lebensgewohnheiten schrittweise und individuell zu verändern“ und ein gesünderes Dasein zu führen, teilte Generali mit. Ziel sei es „Kunden zu einem gesundheitsbewussten Leben zu motivieren sowie deren Fortschritte dabei zu belohnen“.

Deutschland-Chef Giovanni Liverani sagte in München, wer ärztliche Vorsorgetermine wahrnehme, nicht rauche, gesunde Lebensmittel kaufe oder Sport treibe, zahle geringe­re Beiträge bei der Risiko-Lebensversicherung und bei der Berufsunfähigkeits-Versiche­rung. Die Prämie kann im Idealfall um 16 Prozent sinken. Zudem wirbt Generali noch mit Rabatten zum Beispiel beim Kauf von Adidas-Sportartikeln, im Fitnessstudio und sogar bei Buchungen über das Reiseportal Expedia.

Das Programm soll zunächst lediglich Kunden angeboten werden, die eine Risiko-Lebens­versicherung oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung neu abschließen. Ob das Angebot in der privaten Kran­ken­ver­siche­rung gelten soll, wird nach Unternehmensan­gaben noch geprüft. Belohnt werden sollen neben regelmäßigen Arztbesuchen und gesunder Ernährung auch per Fitness-Armband nachgewiesene körperliche Aktivität oder regelmäßige Besuche im Fitness-Studio. Nicht teilnehmende Kunden hätten keine Nachteile, betonte die zweitgrößte Versicherung Deutschlands.

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Verbraucherzentralen warnen vor Lockangeboten
Die angebotenen Verlockungen dürften gerade beim Kauf einer Berufsunfähigkeits-Versicherung keine Rolle spielen, warnte hingegen Bianca Boss vom Bund der Versicherten. „Die Berufsunfähigkeits-Versicherung deckt existenzielle Risiken ab. Sie gehört zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt, und sie ist wahnsinnig kompliziert.“ Kunden sollten auf Bedingungen, Schadensregulierung und Beschwerdequote achten. „Wenn man zum Beispiel Vorerkrankungen falsch angibt, kann es sein, dass man im Ernstfall keine Leistungen bekommt.“ Bei der Auswahl könnten Verbraucherzentralen oder unabhängige Versicherungsberater helfen. Bei einer reinen Risiko-Lebensver­sicherung dagegen seien die Unterschiede gering: „Tot ist tot, da sind die Bedingungen klar – da kann man einfach den Preis vergleichen“, sagte Boss.

Das sieht mach auch bei der Stiftung Warentest/Finanztest so. „Man muss aufpassen, dass man nicht wegen eines kleinen Bonus eine Berufsunfähigkeits-Versicherung kauft, die nicht richtig passt und vielleicht auch noch teurer ist“, warnte Susanne Meunier. Bei der Risiko-Lebensversicherung „gibt es riesige Preisunterschiede bei gleicher Leistung. Aber das ist weniger kompliziert“.

Streitpunkt Datenschutz
Kritisch sehen Verbraucherschützer auch die Frage des Datenschutzes. Bei dem Generali-Bonusprogramm wird zunächst der Gesundheitszustand des Versicherten ermittelt. Anschließend sammelt er mit Joggen oder dem Kauf von Bio-Rüben Punkte fürs Rabatt-Konto. Die Daten werden per Fitness-Armband oder Kassencomputer gleich an eine Generali-Tochter übermittelt.

Die Bedenken über die Datensicherheit wies das Unternehmen zurück. Man habe „zu keinem Zeitpunkt“ Zugriff auf die Daten, welche die Versicherten übermitteln. Generali orientiere sich bei den Prämien einzig am sogenannten Vitality-Status, der sich aus gesammelten Punkten errechne. Alle Angaben seien völlig freiwillig.

Andere Versicherer sind skeptisch
Andere große Versicherer sehen ein Gesundheits-Belohnungs-System eher skep­­tisch: „Wir tracken nicht digital und quasi rund um die Uhr die Aktivitäten unserer Kunden“, sagte eine Sprecherin des größten deutschen Versicherungskonzerns Allianz dem Tagesspiegel. Das Unternehmen plane daher keine Einführung ähnlicher Programme.

Auch die Tochter DKV des Versicherers Ergo plant derzeit nicht, Daten über die Lebensführung Versicherter zu erheben. Bonusprogramme und die Überprüfung des eigenen Verhaltens mit Hilfe von Apps oder Fitness-Armbändern könnten „für den einzelnen eine Hilfe sein, den Lebensstil zu verbessern“, sagte ein Sprecherin der Zeitung. Eine Grundlage zur Tarifumgestaltung sehe die Versicherung darin jedoch nicht.

Generali kassiert in Deutschland von 13,5 Millionen Kunden 17,8 Milliarden Euro an Beiträgen und ist nach der Allianz bei Lebensversicherungen die Nummer zwei in Deutschland. Vorstandschef Liverani sagte: „Mittelfristig wird das ein Standard im Markt werden, und wir als Vorreiter werden einen Riesen-Wettbewerbsvorteil haben.“ Wie viele Kunden er mit dem neuen Angebot erhofft, wollte er nicht sagen. © dpa/afp/aerzteblatt.de

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