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Politik

PKV sieht sich als nachhaltiger Finanzier für das Gesundheitssystem

Donnerstag, 23. Juni 2016

Berlin – Der Verband der Privaten Krankenversicherer (PKV) sieht sich trotz der Zins- und Beitragsentwicklung auf einem guten Weg. Entgegen anderslautender Medienberichte seien die Beiträge in der PKV weniger stark als in der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) gestiegen, sagte Uwe Laue, der Vorsitzende des PKV-Verbandes, heute in Berlin. So hätten Millionen Privatversicherte 2016 keine Beitrags­erhöhungen erhalten. Außerdem gebe es auch Versicherte, die von Beitragssenkungen profitieren konnten. Bei vielen der 42 Mitgliedsunternehmen sei seit Jahren keine Beitragserhöhung mehr vorgenommen worden.

Im Vergleich zwischen GKV und PKV sei die langfristige Beitragsentwicklung sehr vergleichbar verlaufen. Die aktuelle Niedrigzinspolitik mache es den Versicherern allerdings schwerer, neue Gelder gewinnbringend anzulegen. „Die PKV kalkuliert mit ehrlichen Preisen, so dass sinkende Zinserträge durch entsprechend höhere Eigenbeiträge ausgeglichen werden müssen“, sagte Laue. Der Verband wirbt bei der Politik dafür, künftig ihre Rechnungszinsen zeitnaher und regelmäßig an das geänderte Zinsniveau anpassen zu dürfen. Derzeit gebe es laut dem Versicherungsaufsichtsgesetz aus Sicht der PKV zu starre Schwellenwerte.

Nach Ansicht des PKV-Verbandes sei auch die Reform zur Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) auf einem guten Weg. Man habe „eine sehr gute fachliche Arbeit“ sowie einen „ausgewogenen Kompromiss“ erarbeitet, erklärte Laue vor den Teilnehmern der Jahrestagung. Die deutliche Stärkung der sprechenden Medizin sei hierbei ein wichtiger Schritt. „Die Verhandlungen laufen mit allen wichtigen Verhandlungspartnern weiter. Wir haben das Ziel, bis Ende des Jahres einen gemeinsamen Vorschlag einzureichen. Dann liegt es am Gesetzgeber, wie er den Vorschlag auf den parlamentarischen Weg bringt“, sagte Laue im Anschluss vor Journalisten.

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Generell sei der PKV-Verband bereit, „in Zukunft eine noch stärkere Rolle für das Gesundheitswesen zu übernehmen“, erklärte Laue. Dabei setze der Verband weiter darauf, dass medizinische Innovationen nur dann ins System kommen können, wenn medizinische Leistungen auch kapitalgedeckt angeboten werden. „Die PKV wird ihre wichtige Funktion als nachhaltige finanzielle Quelle für das Gesundheitssystem auch weiterhin wahrnehmen“, so Laue.

Auf der Jahreshauptversammlung des Verbandes wurde ebenso ein erster Teil eines Gutachtens über den „Ökonomischen Fußabdruck der PKV“ vorgestellt. Im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums wird derzeit eine Analyse zur Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung erarbeitet. Mit der Analyse, die spätestens im Sommer 2017 komplett veröffentlicht werden soll der Einfluss die Gesundheitswirtschaft auf die generelle wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland verdeutlicht werden.

Nach ersten Berechnungen für die PKV-Unternehmen erwirtschaften sie eine Bruttowertschöpfung von 8,6 Milliarden Euro in Deutschland. Ebenso entstehen für jeden Arbeitsplatz in den PKV-Unternehmen 4,6 zusätzliche Arbeitsplätze in anderen Branchen. Zum Vergleich: Pro Arbeitsplatz in der Autoindustrie liegt dieser Wert bei 4,5, bei Pharmaunternehmen bei 2,5 und bei der Medizintechnikindustrie bei 1,2. Im Vergleich zu anderen Industriebereichen wirken sich diese Arbeitsplätze besonders auf die Branchen im Inland aus. Welchen Einfluss die PKV-Unternehmen als Finanzier von Gesundheitsleistungen haben, wird in einem weiteren Gutachten ermittelt, das im Herbst 2016 vorgestellt werden soll.

Auch in der Bevölkerung sei das duale Gesundheitssystem weiterhin hoch angesehen, berichtete Renate Köcher, Geschäftsführerin des Institutes für Demoskopie Allensbach. Für 93 Prozent der Menschen in Deutschland sei eine gute Gesundheitsversorgung der wichtigste Faktor für Lebensqualität in einem Land. In Deutschland seien die Bürger an einen hohen Standard des Gesundheitswesens gewöhnt, rund 80 Prozent der Bevölkerung sehen sich gut versorgt, unter Ärzten läge diese Zustimmung gar bei 90 Prozent, so Köcher.

Aus ihrer Sicht hängt die Akzeptanz des Gesundheitswesens auch davon ab, dass die Bevölkerung den Ausgleich im dualen System akzeptiert. Nach ihren Analysen sei die Mehrzahl der Privatversicherten davon überzeugt, dass sie eine gute Versorgung bekommen. Aber auch 90 Prozent der GKV-Versicherten haben eine positive Einstellung zu ihrem  ihr System. Während die Bundesbürger für die Zukunft noch keine Probleme auf das Gesundheitswesen zukommen sehen, rechnen vor allem Ärzte mit einer größeren Versorgungskluft in den kommenden Jahren. © bee/aerzteblatt.de

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