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Finanzierung der Zentralbibliothek Medizin bis 2019 gesichert

Mittwoch, 29. Juni 2016

Lesesaal der ZB MED in Bonn /ZB MED

Köln – Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat beschlossen, die Bund-Länder-Förderung der ZB MED – Leibniz-Informations­zentrum Lebenswissen­schaften Ende des Jahres zu beenden. Mitglieder der GWK sind die für Wissenschaft und Forschung sowie die für Finanzen zuständigen Minister des Bundes und der Länder. Die Entscheidung bedeutet aber noch nicht die Schließung der Einrichtung.

Eine sogenannte Auslauffinanzierung wird die Stiftung „Deutsche Zentralbibliothek für Medizin (ZB MED)“ bis zum Ende des Jahres 2019 erhalten. In diesem Zeitraum soll sich die Einrichtung neu aufstellen. Unterstützt wird sie dabei vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen und vom Bundesminis­terium für Gesundheit.

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„Der wichtigste Schritt bei dieser Neuaufstellung ist die gemeinsame Berufung einer W3-Professur mit der Universität zu Köln sowie einer W2-Professur mit der Universität Bonn“, erläuterte eine Sprecherin der ZB MED gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. Die W3-Professur soll auch die Leitung der ZB MED übernehmen. Die Berufungs­verfahren pausieren, seitdem im März der Senat der Leibniz-Gemeinschaft empfohlen hatte, die ZB MED nicht weiter von Bund und Ländern zu finanzieren. Dem Vernehmen nach sind die Universitäten bereit, die Verfahren jetzt wieder aufzunehmen. Die Verhandlungen dazu sind laut ZB MED bereits angelaufen.

Ein weiterer wichtiger Erneuerungsbereich betrifft die Forschung: Mit Hilfe der neu be­setz­ten Professuren soll die ZB MED einen entsprechenden Bereich etablieren, insbe­son­dere, um ihre Online-Services zu verbessern. „Außerdem ist der Bereich Open Access für die Arbeit der ZB MED besonders wichtig“, erläuterte die Sprecherin.

Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft hatte am 17. März 2016 empfohlen, die Förderung der ZB MED einzustellen. Er bezog sich dabei auf den Bericht einer Evaluierungs­kommis­sion. Die Entscheidung hatte scharfe Kritik in Wissenschaft und Industrie ausgelöst. „Bei aufmerksamer Lektüre dieses Evaluierungsberichts fällt es schwer, daraus die Begrün­dung für die Empfehlung abzuleiten, die Förderung für ZB MED einzustellen“, schrieb die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Aus ihrer Sicht sei die ZB MED primär ein Dienstleister für Wissenschaftler und Anwen­der aus Medizin und anderen Lebenswissenschaften und nur sekundär ein Institut mit eigenständigen Forschungsaufgaben.

Ein bedenkliches wissenschaftspolitisches Signal sah das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in der drohenden Schließung der ZB MED. Zahllose Wissenschaftler müssten ihre Literatur dann direkt über die Verlage erwerben. „Deren Preisvorstellungen überfordern schon viele Universitätsbibliotheken – von anderen Einrichtungen und Einzelpersonen ganz zu schweigen“, warnte Jürgen Windeler, Leiter des IQWiG.

Auch andere Organisationen forderten den Fortbestand der Einrichtung. „Der nun eingeschlagene Weg kann dies ermöglichen“, lautet das Fazit der ZB MED. © hil/aerzteblatt.de

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