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Ärzteschaft

Hausärzte warnen vor zu großen Erwartungen in die Telemedizin

Dienstag, 28. Juni 2016

München – Vor überzogenen Erwartungen an die Telemedizin hat der Vorsitzende des bayerischen Hausärzteverbandes (BHÄV), Dieter Geis, gewarnt. „Die moderne Kommu­nikationstechnologie eröffnet Möglichkeiten, Landärzte zu entlasten und gleichzeitig die Patientenversorgung zu intensivieren“, schreibt Geis in einem Kommentar im BHÄV-News­letter. Sie sei aber kein Allheilmittel, um damit Versorgungslücken durch ausblei­benden hausärztlichen Nachwuchs zu stopfen, betonte er.

Als Beispiel für das Potenzial der neuen Technologien nennt Geis das Projekt „TeleArzt“, das auch eine Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAH) einbinde: Dabei übernimmt eine zur VERAH qualifizierte medizinische Fachangestellte Routine-Hausbe­suche bei chronisch Kranken und bei Patienten, denen der Weg in die Arztpraxis schwer falle. Mittels eines Computers übermittle sie Vitaldaten des Patienten an die Praxis und könne den Hausarzt bei Bedarf per Videokonferenz dazuschalten.

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„Davon profitieren alle Beteiligten: Der Arzt wird spürbar entlastet und kann sich in der Praxis mehr Patienten widmen, die Patienten werden besser versorgt und ihr Gesund­heits­zustand engmaschiger überwacht. Die VERAH kann das Wissen, dass sie mit ihrer Zusatzqualifikation erworben hat, anwenden und erfährt eine Aufwertung“, erläuterte Geis.

Dieses und ähnliche Projekte funktionierten aber nur, weil der Arzt und die VERAH ihre Patienten kennen und so Veränderungen des Gesundheitszustands einordnen könnten. „Modelle, die darauf abzielen, Arztkontakte zu reduzieren, indem Callcenter die Patien­ten­steuerung übernehmen, die den Patienten nie persönlich gesehen haben, sind dagegen eine Gefahr für die Patienten“, warnte der BHÄV-Vorsitzende. © hil/aerzteblatt.de

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