NewsVermischtesBundesminister Schmidt fordert strengere Regeln für Tattoo-Branche
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Bundesminister Schmidt fordert strengere Regeln für Tattoo-Branche

Mittwoch, 29. Juni 2016

Bundesminister Christian Schmidt (CSU, li.) /dpa

Berlin – Der für den gesundheitlichen Verbraucherschutz zuständige Bundeslandwirt­schafts­minister Christian Schmidt (CSU) drängt auf strengere Regelungen in der Tattoo-Branche. „Wer so eine sensible Arbeit macht und damit Einfluss auf die Gesundheit der Verbraucher hat, muss sein Handwerk nachweisbar beherrschen“, erklärte Schmidt heute in Berlin. Er unterstütze die Forderung des Bundesverbandes Tattoo (BVT) zur Einführung von „Befähigungsnachweisen“.

Schmidt erklärte, er mache sich zudem für europaweite Regelungen zu chemischen Stoffen in Tätowiermitteln sowie für Verbesserungen bei der Hygiene stark. Auch Aufklä­rung sei wichtig. Jeder, der Lust auf ein Tattoo habe, solle verlässliche Informationen be­kommen. Der Minister startete heute die Informationskampagne „Safer Tattoo“, die auf der gleichnamigen Webseite unter anderem über Risiken aufklärt.

Anzeige

Angesichts der begonnenen Ferienzeit mahnte der CSU-Politiker, sich nicht übereilt ein Tattoo stechen zu lassen. Gerade jetzt warne er vor „spontanen Tattoos, die aus einer Urlaubslaune heraus entstehen“. „Sie sind ein Souvenir, das einem ein Leben lang erhal­ten bleibt – und das leider auch Risiken birgt“, erklärte der Minister.

Der Bundesverband Tattoo fordert bereits seit Längerem bundesweit einheitliche Arbeits- und Hygienestandards für die Studios sowie eine Nachweispflicht von Fachkenntnissen im Tattoogewerbe. Tätowierer sollen nur dann einen Gewerbeschein bekommen, wenn „ein hinreichender Nachweis“ über Kenntnisse etwa in den Bereichen Hygiene, Dermato­logie und bei den rechtlichen Grundlagen vorliege.

Ein Befähigungsnachweis sei „der wichtigste Baustein, um als seriöser Tätowierer wahr­genommen zu werden und Tattoofans vor Hobby- und Wohnzimmertätowierern zu schüt­zen“, heißt es auf der Webseite des BVT.

In Deutschland ist schätzungsweise knapp jeder Zehnte tätowiert, bei den unter 30-Jäh­ri­gen sogar fast jeder Vierte. Nach einer Studie der Ruhr-Universität Bochum (RUB) von 2014 tragen mehr als sechs Millionen Deutsche Tattoos – mehr als jeder zehnte davon mindestens vier.

Durch das Stechen von Tattoos und die verwendeten Farben kann es nach Expertenan­gaben zu Infektionen und allergischen Reaktionen kommen. Auch über die Wirkungen der Farbteilchen im Körper ist derzeit noch wenig bekannt. Die Entfernung von Tattoos birgt ebenfalls gesundheitliche Risiken wie eine Narbenbildung. Die gesetzlichen Kassen kommen dafür in der Regel nicht auf. © afp/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

17. Januar 2020
Brüssel – Wegen Gesundheitsbedenken schlägt die EU-Kommission ein Verbot zweier Pigmente für grüne und blaue Tätowierfarben vor. Darüber sollten die EU-Staaten im Februar beraten, hieß es in Brüssel.
Tätowierfarbe: EU-Länder sollen im Februar Verbot prüfen
27. Dezember 2019
Köln/Essen – Die Technische Hochschule (TH) Köln entwickelt zusammen mit dem Universitätsklinikum Essen und dem Unternehmen Epimedic ein neues Verfahren, um Tätowierungen schonender zu entfernen als
Neues Verfahren zur Tattooentfernung in der Entwicklung
13. November 2019
Rostock – Tätowierfarben bergen nach Erkenntnissen des Rostocker Landesamts für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei weiter ein hohes Risiko für die menschliche Gesundheit. Von den in
Amt für Lebensmittelsicherheit beanstandet Tätowierfarben
27. August 2019
Berlin – Die in Tätowiernadeln enthaltenen Metalle Nickel und Chrom könnten für allergische Reaktionen mit verantwortlich sein, zu denen es nach dem Tätowieren mit Titandioxid kommen kann. Eine Studie
Kontaktallergie: Titandioxidhaltige Tinte setzt Nickel und Chrom aus Tätowiernadeln frei
5. August 2019
München – Tätowierungen könnten künftig auch diagnostisch interessant werden. Das berichten Wissenschaftler um Ali Yetisen der Technischen Universität München im Fachmagazin Angewandte Chemie (doi
High-Tech-Tattoos könnten als Gesundheitsmarker dienen
20. Februar 2019
Köln – Der Berufsverband der Kinder- und Jugendmediziner (BVKJ) warnt junge Menschen davor, sich zu Hause mit Nähnadel und Farbe selbst ein Tattoo zu stechen. Mit dem neuen Trend „Stick and poke“
Ärzte warnen Jugendliche: Keine Tattoos selber stechen
19. November 2018
Berlin – Ungeachtet der Risiken hält die Hälfte der Deutschen Tattoos für gesundheitlich unbedenklich. Unter den bereits Tätowierten meinen dies sogar 87 Prozent, wie eine heute in Berlin
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER