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Biotechnologie im Aufwind – aber Mangel an Risikokapital

Donnerstag, 30. Juni 2016

Berlin – Die medizinische Biotechnologie wird in Deutschland immer wichtiger – wegen ihrer therapeutischen und diagnostischen Bedeutung, aber auch als Wirtschaftsfaktor. Das zeigt der Branchenreport „Medizinische Biotechnologie in Deutschland 2016“, den vfa bio, die Interessengruppe Biotechnologie im Verband der forschenden Pharma-Unter­­nehmen (vfa), jetzt in Berlin vorgestellt hat – gemeinsam mit dem Beratungs­unter­nehmen The Boston Consulting Group.

Dabei geht es um „Biopharmazeutika“, also Arzneimittel, deren Wirkstoffe mithilfe gen­tech­nisch veränderter Organismen hergestellt werden. Der Bericht fokussiert insbeson­dere auf gentechnisch hergestellt Impfstoffe. Laut dem Report ist die Zahl der Beschäf­tigten in der medizinischen Biotechnologie 2015 in Deutschland um 6,7 Prozent auf mehr als 40.000 Mitarbeiter gestiegen.

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Der Umsatz mit Biopharmazeutika betrug 2015 in Deutschland 8,2 Milliarden Euro gegen­über 7,5 Milliarden Euro 2014. „Das Umsatzwachstum spiegelt die immer umfassenderen Behandlungsmöglichkeiten insbesondere für Patienten mit schweren Erkrankungen wider“, sagte Frank Mathias, Vorsitzender von vfa bio bei der Vorstellung des Berichtes.

2015 gab es in Deutschland laut Report 391 Unternehmen in der medizinischen Bio­technologie (2014: 389). 117 davon vermarkteten bereits Biopharmazeutika oder be­saßen eine eigene innovative Produktlinie, die übrigen 274 trugen durch ihre Technolo­gie­plattformen zur Medikamentenentwicklung bei, ohne selbst eigene Wirkstoffe zu entwickeln.

Trotz dieser Entwicklungen kritisieren vfa bio und das Beratungsunternehmen Standort­defizite in Deutschland. So machten ungünstige steuerliche Rahmenbedingungen das Land für Wagniskapitalgeber international unattraktiv, zum Beispiel wegen restriktiver Regelungen zum Verlustvortrag. „Um das Wachstum von Biotech-Start-ups finanzieren zu können, sind mehr Gelder sowie eine größere Bandbreite an Kapitalgebern erforderlich“, fordern vfa bio und die Boston Consulting Group.

© hil/aerzteblatt.de

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