NewsHochschulenWieder Millionenverlust für Mainzer Universitätsmedizin
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Wieder Millionenverlust für Mainzer Universitätsmedizin

Montag, 4. Juli 2016

Mainz – Vor allem wegen hoher Personalkosten hat die Universitätsmedizin Mainz ein wei­­te­res Jahr mit einem Minus abgeschlossen. Der Verlust nach Steuern lag 2015 bei rund 6,2 Millionen Euro, wie das Klinikum heute mitteilte. 2014 hatte das Haus ein Minus von 6,5 Millionen Euro hinnehmen müssen.

Zwar seien die Erlöse aus Krankenhausleistungen im Vergleich zum Vorjahr um 4,7 Pro­zent auf 375 Millionen Euro gestiegen. Die Personalkosten und Preise für medizini­schen Sachbedarf hätten sich indes erhöht, erläuterte die Vorstandsvorsitzende Babette Simon. Allein die Höhe der Personalausgaben lag dem Krankenhaus zufolge bei 55 Prozent der gesamten Erlöse.

Ein weiterer Grund für den Verlust war nach Klinikangaben, dass die gesetzlichen Kran­kenkassen pro Jahr fest für nur 83.000 Patienten zahlen, die ambulant im Haus behan­delt werden. Insgesamt seien 2015 aber rund 88.700 Menschen entsprechend versorgt wor­den. Besonders groß sei der Zuspruch durch ambulante Patienten mit besonders schwe­ren und komplexen sowie seltenen Erkrankungen. Demzufolge stieg die Abrech­nung ver­schiedener hochspezialisierter Leistungen oder seltener Erkrankungen erneut – von 24.666 ambulanten Fällen (2014) auf 25.640 Fälle (2015).

Anzeige

Simon wies darauf hin, dass der Gesetzgeber zwar die Öffnung der Hochschulambu­lan­zen ermöglicht habe. Demnach sollten diese auch Patienten mit schweren oder komple­xen Erkrankungen behandeln, während sich die Ermächtigung bisher nur auf Patienten zum Zwecke von Forschung und Lehre bezogen habe. Eine konkrete Umsetzung sei allerdings bisher nicht erfolgt, bemängelte sie.

„Wir haben als Universitätsmedizin auf der Kostenseite ein Problem“, resümierte Elke Frank, seit Februar 2016 Kaufmännischer Vorstand. Auch wenn das Anfang des Jahres in Kraft getretene Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) oder das Versorgungsstärkungs­gesetz (GKV-VSG) Ansätze seien, bleibe die Lage der Krankenhäuser insgesamt und die der Universitätskliniken im Speziellen „angespannt“. Sie forderte, bessere finanzielle Rahmenbedingungen für die Universitätskliniken.

Der Aufsichtsratschef und Wissenschaftsstaatssekretär von Rheinland-Pfalz, Salvatore Barbaro (SPD), sagte, „auf eine schwarze Null zu setzen“, dürfe nicht das vorrangige Ziel der Universitätsmedizin sein. „Die Patientenversorgung muss sichergestellt werden.“ © EB/dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

16. September 2019
Rostock – An der Universitätsmedizin Rostock sind heute 25 junge Pflegeauszubildende aus Vietnam angekommen. Für die Neuankömmlinge gebe es zunächst einige Orientierungstage, teilte die
Uniklinik Rostock empfängt vietnamesische Pflegeauszubildende
12. September 2019
Essen – Am Universitätsklinikum Essen sind bei Trinkwasser-Proben „wenig krankmachende“ Erreger in den Zuleitungen gefunden worden. Das teilte das Klinikum gestern Abend mit. Als präventive Maßnahme
Patienten am Universitätsklinikum Essen sollen wegen Erreger kein Leitungswasser trinken
12. August 2019
Kiel – Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat ein klares Bekenntnis zur finanziellen Unterstützung des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) abgegeben. „Wir haben ein
Landesregierung bekräftigt finanzielle Hilfe für Uniklinikum Schleswig-Holstein
15. Juli 2019
Berlin – Der Wissenschaftsrat hat zum zweiten Mal die Universitätsmedizin in Oldenburg sowie deren Kooperation mit der Europaen Medical School in Groningen in den Niederlanden begutachtet. Es gab
Lob und Kritik für Medizinerausbildung in Oldenburg
10. Juli 2019
Berlin – Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung (Berlin Institute of Health (BIH) wird zur dritten Säule der Charité – Universitätsmedizin Berlin neben Krankenversorgung und Medizinischer
Berliner Institut für Gesundheitsforschung wird Teil der Charité
10. Juli 2019
München – Krebspatienten in Bayern sollen künftig von besseren Diagnose-, Präventions- und Therapiemöglichkeiten profitieren. Zu diesem Zweck brachte das Kabinett gestern ein hochschulübergreifendes
Krebspatienten sollen in Bayern von neuem Forschungszentrum profitieren
9. Juli 2019
Stuttgart – Die Fachschaften der Medizinischen Fakultäten in Freiburg, Heidelberg, Mannheim, Tübingen und Ulm wehren sich zusammen mit der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER