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Medizin

Hypothyreose in der Schwangerschaft erhöht Schizophrenie-Risiko für Kinder

Mittwoch, 6. Juli 2016

New York – Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft unter einer Hypothyreose leiden, könnten ein erhöhtes Risiko haben, später an einer Schizophrenie zu erkranken. Die Autoren um Alan Brown gehen davon aus, dass unter anderem frühgeburtliche Komplikationen hierfür verantwortlich sind. Die Forscher der Columbia University berichten in Biological Psychiatry (2016; doi: 10.1016/j.biopsych.2015.06.014).

Eine Unterfunktion der Schilddrüse ist in der Schwangerschaft ein Problem für Mutter und Kind. Während der Schwangerschaft steigt der Bedarf an Schilddrüsenhormonen für die Mutter. Da Schilddrüsenhormone plazentagängig sind, wirkt sich der Hormon­zustand der Mutter direkt auf das Kind aus. Ein Mangel an T3 und T4 kann beim Kind Entwicklungsverzögerungen oder eine Frühgeburt auslösen. Insulte während der Schwangerschaft oder Geburt können ihrerseits das Risiko für Schizophrenien erhöhen. Ein Einfluss durch Schilddrüsenhormone sei demnach zumindest vorstellbar, schreiben die Forscher.

Mit 1.010 Fall-Kontroll-Paaren überprüften die Forscher den Zusammenhang zwischen TSH und späteren Schizophrenien der Kinder. Verglichen wurden die Mütter von Schizophrenie-Patienten und psychiatrisch gesunden Probanden. Bei weiteren 948 Paaren verglichen sie die freien T3- und T4-Spiegel mit dem Erkrankungsrisiko. Die Daten stammten von Müttern der Finnish Maternity Cohort.

Die Forscher stellten fest, dass Mütter, deren freie T3- und T4-Spiegel unterhalb der zehnten Perzentile lagen, häufiger Kinder gebaren, die später an einer Schizophrenie erkrankten (Odds Ratio = 1,75, p = 0,002). Dieser Zusammenhang war auch nachweisbar, wenn die Forscher die Daten für psychiatrische Vorerkrankungen, geographische Herkunft und Raucherstatus adjustierten (Odds Ratio = 1,70).

Ein möglicher Grund für die erhöhte Rate an Schizophrenien könnte die häufig zu frühe Geburt bei hypothyreotischen Müttern sein, so die Autoren. Als weiteren möglichen Faktor ziehen sie auch den direkten Einfluss des Hormonmangels auf die Hirnent­wicklung der heranwachsenden Kinder in Betracht. Es lohne sich daher, diesen Zusammenhang in Tierversuchen weiter zu untersuchen, meinen die Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

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