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Medizin

Ambulantes Nachsorgeprogramm für Sepsispatienten bewährt sich

Mittwoch, 6. Juli 2016

Jena – Ein interdisziplinäres ambulantes Nachsorgeprogramm für Sepsispatienten haben Allgemeinmediziner des Universitätsklinikums Jena entwickelt. In einer multizentrischen kontrollierten Studie zeigte sich jetzt, dass sich die so betreuten Patienten in ihrer allgemeinen Lebensqualität zwar nicht von der Kontrollgruppe unterschieden, aber mobiler waren und im Alltag besser zurechtkamen. Die Autoren des Zentrums für Sepsis und Sepsisfolgen veröffentlichten ihre Ergebnisse in JAMA (doi: 10.1001/jama.2016.7207).

Jährlich erkranken in Deutschland mehr als  200.000 Menschen an einer Sepsis. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus werden die Patienten meist in Hausarztpraxen weiterbehandelt. Das in Jena entwickelte Programm besteht aus drei Bereichen: Zunächst wurden Hausärzte und Patienten speziell zur Sepsisnachsorge geschult. Zweitens hielten Studienschwestern als Case Manager engen Kontakt zu den Patienten. Drittens erfassten sie in monatlichen telefonischen Befragungen auftretende Komplikationen und berichteten diese an einen Spezialisten, der dann im Bedarfsfall dem Hausarzt mit klinischem Rat zur Seite stand.

„Für die Evaluierung des Programms konnten wir 16 Intensivstationen an neun Klinikstandorten in Deutschland gewinnen. Letztlich wurden 291 Patienten, die eine Sepsis oder gar einen septischen Schock überlebt hatten, sowie 307 Hausarztpraxen in die Studie aufgenommen“, beschreibt der ärztliche Studienleiter Konrad Schmidt den Umfang des Projektes.

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Die Studienteilnehmer wurden in eine Verum- und eine Kontrollgruppe randomisiert. Sechs und zwölf Monate nach der Entlassung von der Intensivstation wurden die Teilnehmer zu ihrer Lebensqualität und anderen klinischen Größen befragt.

In der Auswertung zeigte sich kein signifikanter Unterschied in der allgemeinen Lebensqualität. In Detailaspekten konnten die Wissenschaftler jedoch Unterschiede ausmachen: Die Absolventen des Nachsorgeprogramms schätzten ihre Alltagskompetenz etwas besser ein als die Kontrollgruppe. Ihnen fielen Bewegungsabläufe wie Treppensteigen und Ankleiden leichter.

„Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass Hausärzte als Spezialisten für die Langzeitversorgung die Erfolge der modernen Akutversorgung durch Intensivmediziner absichern können“, zog der Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin am UKJ, Jochen Gensichen, ein Fazit der Studie. © hil/aerzteblatt.de

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