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Deutsche Krebshilfe: Bewegungstherapie stärker in den Fokus der Krebstherapie rücken

Freitag, 8. Juli 2016

/dpa

Berlin – Körperliche Aktivität senkt das Risiko, an Krebs zu erkranken. „Das belegen ran­domisierte Studien bei den häufigsten Krebserkrankungen – wie Brust- und Darmkrebs“, bestätigte Freerk Baumann von der Deutschen Sporthochschule Köln gestern auf einer Pressekonefernz der Deutschen Krebshilfe in Berlin. Die Diskussionsteilnehmer sprachen sich dafür aus, diese Erkenntnisse stärker in S3-Leitlinien zu berücksichtigen. Gerd Nettekoven, Vor­stands­vorsitzender der Organisation, kündigte an, eine Professur für „Sport und Krebs“ solle eingerichtet werden.

Mindestens 150 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Woche senkten das Risiko für Brust-, Dickdarm- und Endome­triumkrebs um 20 bis 30 %. Eine Metaanalyse zeige: Täglich zweistündiges Sitzen erhöht das Risiko für Darmkrebs um 8 %, vierstündiges Sitzen um bereits 16 %, beim Endome­triumkarzinom um 10 %. „Das vermehrte Sitzen lässt sich nicht durch sportliche Interven­tion ausgleichen“, erklärte Baumann. Man müsse zwischendurch aufstehen und sich bewegen.

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Die Bewegungstherapie sei auch ein wichtiger Bestandteil, um Nebenwirkungen nach einer Krebstherapie zu reduzieren, etwa eine Harninkontinenz nach einer Prostatek­tomie. Wie viele derzeit bereits eine solche Therapie erhalten, ist nicht ganz klar. Eine Studie bei Brustkrebspatientinnen zeigte, dass 30 % keine Bewegungstherapie erhalten hatten. Eine aktuelle Studie zum Versorgungsstand soll laut Baumann in Kürze publiziert werden. Ein weltweit einmaliges Angebot sind die 1.700 Krebssportgruppen in Deutschland.

Neben der Vorstellung der Aktivitäten im Bereich „Sport und Krebs“ sowie weiterer Förder­schwerpunkte zog die Deutsche Krebshilfe Bilanz: „Im Jahr 2015 unterstützte uns die Bevölkerung erneut in hohem Maße mit über 100 Millionen Euro“, resümierte Gerd Nettekoven. 61,7 Millionen Euro stammten aus Erbschaften und Vermächtnissen. Hinzu kamen über 356.000 Einzelspenden von Privatpersonen und Firmen mit insgesamt 26,2 Millionen Euro, zudem Erlöse aus Aktionen und Veranstaltungen sowie Kondolenz­spen­den. Mit dem Geld hat die Deutsche Krebshilfe 128 Projekte und Initiativen gefördert, um die Versorgung krebskranker Menschen weiter zu verbessern. © gie/aerzteblatt.de

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