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Kommunikation des Arztes beeinflusst Befinden des Patienten

Mittwoch, 6. Juli 2016

/dpa

Berlin – Experten haben sich für ein strukturiertes Vorgehen bei der Kommunikation mit den Patienten ausgesprochen. „Patienten verstehen häufig nicht, was ihr Arzt ihnen er­klärt“, sagte Marcus Redaèlli vom Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epide­miologie der Uniklinik Köln gestern auf dem 8. Pfizerforum in Berlin. „Ich empfehle des­halb die sogenannte Teach-Back-Methode. Dabei bittet der Arzt den Patienten, noch einmal kurz zusammenzufassen, was er ihm gerade erklärt hat.“ Wichtig sei es zudem, auch die Partner mit in die Therapie einzubeziehen und zum Beispiel auch ihnen zu er­klären, wie sich der Medikationsplan des Patienten verändert hat. Diese könnten den Betroffenen dann bei der Umstellung helfen.

„In den USA wird das sogenannte Ask-me-3 angewandt“, fuhr er fort. „Die Patienten sol­len ihrem Arzt dabei folgende drei Fragen stellen: ‚Was ist mein Hauptproblem?‘, ‚Was muss ich wissen?‘ und ‚Warum ist es für mich wichtig, dies zu wissen?‘ Studien haben er­geben, dass sowohl Teach-Back als auch Ask-me-3 das Gefühl der Patienten verbes­sert, gut informiert zu sein.“

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Angehörige miteinbeziehen
Aufgrund von Zeitmangel im klinischen Alltag verstünden Patienten auch bei Aufklä­rungsgesprächen vor Operationen häufig nicht alle Informationen, die sie erhalten. „Ich habe das vor Kurzem im eigenen Familienkreis erlebt“, sagte Redaèlli. „Da kam der Chirurg am Tag vor der Operation hereingerauscht. Er fragte meinen Großvater, ob er noch Fragen zur OP habe, und als dieser verneinte, hat er sich seine Unterschrift geholt und war wieder fort.“ Damit der Patient die Informationen verarbeiten könne, sei es aber wichtig, dass der Arzt während seiner Erklärung Pausen mache und ihm erläutere, wa­rum der Eingriff vorgenommen werde, welche Risiken es gebe und wie es nach der OP weitergehe.

Auch Michael Thomas, Chefarzt der Abteilung Onkologie Innere Medizin in der Thorax­klinik am Universitätsklinikum Heidelberg, betonte die Bedeutung eines strukturierten Vor­gehens, wenn Patienten informiert werden. „Wichtig ist die Herstellung von Kontinuität und dass alle im Team die gleiche Kenntnis über den Fall haben“, sagte er. Indem der Pa­tient klare und abgestimmte Informationen erhalte, werde ihm Sicherheit vermittelt. Auch er betonte, dass es wichtig sei, die Angehörigen mit einzubeziehen. Nicht zu über­schätzen sei dabei die Art und Weise, wie der Arzt den Patienten informiert. „Der Patient achtet genau darauf: Wie sagt er etwas, mit welchem Augenaufschlag?“, betonte er.

Kommunikative Konzepte institutionell verankern
„Es gibt Studien, die zeigen, dass es Effekte auf die Belastung der Patienten und Ange­hörigen hat, wenn das behandelnde Team eine longitudinale Versorgungsplanung hat, ein kommunikatives Konzept und wenn alle im Team dieselben Informationen haben“, fuhr Thomas fort. „Dabei muss der Arzt den Patienten gar nicht unbedingt jede Woche sehen. Es reicht, wenn die Pflegekraft den Patienten sieht und die Informationen an den Arzt weitergibt.“

Die kommunikativen Konzepte müssten in den einzelnen Krankenhäusern institutionell verankert sein und Top-down gelebt werden: Vom Chefarzt bis zum Arzt im Praktischen Jahr, sagte Thomas. Dazu gehöre es auch, verbesserte Rahmenbedingungen für eine sprechende Medizin zu schaffen und sie in der Routineversorgung zu verankern. © fos/aerzteblatt.de

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