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Ärzteschaft

Digitalisierung im Gesundheitswesen kritisch begleiten

Donnerstag, 7. Juli 2016

/dpa

München – Gegen den Vorwurf, die Ärzteschaft habe die Digitalisierung im Gesund­heits­­wesen „verschlafen“, wehrt sich der Präsident der Bayerischen Landesärzte­kammer (BLÄK), Max Kaplan, im Bayerischen Ärzteblatt. Ärzte hätten die digitale Medizin wohlbe­gründet lange ignoriert und befänden sich heute im Wettstreit mit Global Playern, Start-ups und Anbietern von Gesundheits-Apps, so Kaplan. Nun käme es darauf an, die Tech­nologien im Gesundheitswesen kritisch zu begleiten, mitzusteuern und mitzuge­stalten, „wollen wir nicht schon bald auf der Standspur der globalen Datenautobahn landen“, so der bayerische Ärztepräsident.

Die flächendeckende Einführung des elektronischen Arztausweises, eine Klarstellung über die berufsrechtlichen Pflichten durch die Berufsordnung und entsprechende Fort­bildungsangebote schafften Rahmenbedingungen für Ärzte, schreibt Kaplan. „Jetzt ha­ben wir noch die Möglichkeit, zu gestalten und das Feld nicht den großen Konzernen zu überlassen. Denn dann würden wir sehr schnell nur noch zu Figuren, die zu funktionie­ren haben“, warnte der bayerische Ärztepräsident.

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Einen radikalen Umbruch und Rollenwandel im Gesundheitswesen aufgrund der Digi­tali­sierung erwartet auch die Unternehmensberatung Roland Berger. Die gesamte Ver­sor­gung werde durch digitale Werkzeuge und Interaktionen verändert, „mit entsprechen­den Folgen für Geschäftsmodelle und Marktanteile“, erklärte das Beratungsunternehmen nach einem Treffen mit Start-ups aus dem Gesundheitsbereich im Juni in Berlin.

Für ein bedächtiges Vorgehen bei der Umsetzung digitaler Lösungen im Gesundheitswe­sen tritt dagegen René Salamon vom Bundesamt für Sicherheit in der Informations­tech­no­­logie ein. Zum Beispiel hinke das Gesundheitswesen bei der Anwendung von Apps nicht hinterher, sondern sei sogar zu schnell damit, diese neue Technik zu adaptieren. „Schließlich handelt es sich bei den IT-Strukturen im Gesundheitswesen um kritische Infrastrukturen, deren Ausfall großen Schaden anrichten kann“, sagte er auf einer Ex­pertentagung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Anfang Juni in Bonn. © hil/aerzteblatt.de

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