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Medizin

Radfahren kann Typ-2-Diabetes vorbeugen

Donnerstag, 14. Juli 2016

/dpa

Odense – Dänen, die ihr Auto zuhause stehen lassen und mit dem Rad zur Arbeit fahren, erkranken in der Folge seltener an einem Typ-2-Diabetes. Dies kam in einer prospektiven Kohortenstudie in PLOS Medicine (2016; 13: e1002076) heraus, in der auch Radfahren in der Freizeit mit einem verminderten Risiko auf einen Typ-2-Diabetes assoziiert war.

Bewegungsmangel gehört neben einer ungesunden Ernährung zu den wesentlichen Risikofaktoren auf einen Typ-2-Diabetes. Vielen Menschen fällt es heute schwer, sich für regelmäßige sportliche Aktivitäten zu motivieren. Radfahren lasst sich dagegen zwang­los in den Alltag integrieren. In Dänemark gibt es in vielen Städten gut ausgebaute Radwege, die auch für Berufspendler geeignet sind. Mit einem geeigneten Lastenrad lassen sich Einkäufe häufig schneller als mit dem Auto erledigen. 

Ein günstiger Nebeneffekt könnte die Vermeidung eines Typ-2-Diabetes sein, wie die Analyse der „Diet, Cancer and Health“-Studie durch Martin Rasmussen von der Uni­versität von Süd-Dänemark in Odense zeigt. Die Studie hatte in den Jahren 1993 bis 1997 etwa 52.000 Dänen im Alter zwischen 50 und 65 Jahren nach ihren Ernährungs­gewohnheiten gefragt. Einige Fragen betrafen auch die Radfahrgewohnheiten. Etwa 45.000 Personen nahmen fünf Jahre später an einer zweiten Umfrage teil, in der es ebenfalls Fragen zum Radfahren gab.

Ergebnis: Teilnehmer, die regelmäßig Rad fuhren, erkrankten signifikant seltener an einem Typ-2-Diabetes. Besonders deutlich war dies bei den Pendlern. Verglichen mit Personen, die mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln pendelten, erkrankten die Radfahrer zu 28 Prozent, 17 Prozent und 30 Prozent seltener an einem Typ-2-Diabetes, wenn sie pro Woche 1 bis 60, 61 bis 150 oder mehr als 150 Minuten zur Arbeit und zurück radelten.

Auch für die Gesamtdauer der wöchentlichen Radfahrzeiten (Arbeit und Freizeit) war eine annähernd dosis-abhängige Wirkung nachweisbar. Personen, die auch im Winter ihr Rad benutzten, erkrankten seltener am Typ-2-Diabetes als Personen, die nur im Sommer und bei schönem Wetter das Rad bestiegen. Aber auch diese Gruppe war besser vor einem Typ-2-Diabetes geschützt als Menschen, die das Auto oder öffentliche Verkehrsmittel benutzten.

Eine Schutzwirkung war auch bei Personen nachweisbar, die erst im Verlauf der Studie das Radfahren für sich entdeckten. Auch im Alter von 50 bis 65 Jahren könne sich eine Änderung des Lebensstils lohnen, resümiert Rasmussen. © rme/aerzteblatt.de

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