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Medizin

Lymphom/Leukämie: Ipilimumab nach Versagen der Stammzell­transplantation wirksam

Freitag, 15. Juli 2016

Boston – Der Checkpoint-Inhibitor Ipilimumab, der die Immunabwehr gegen Krebszellen wiederherstellt, könnte eine Therapieoption für Patienten mit Lymphomen und Leukämien sein, bei denen es nach einer hämatopoetischen Stammzelltherapie zu einem Rezidiv gekommen ist. Die Immuntherapie mit Ipilimumab hat in einer klinischen Studie im New England Journal of Medicine (2016; 375:143-53) die Immunabwehr durch die T-Zellen des Transplantates verstärkt, ohne eine riskante Graft-versus-Host-Reaktion auszulösen.

Eine Stammzell-Transplantation kann bei vielen hämatologischen Tumoren eine langfristige Remission oder sogar eine Heilung bewirken. Einen wesentlichen Anteil am Therapieerfolg haben die T-Zellen des Spenders. Sie attackieren in einer Graft-versus-Malignancy-Reaktion die wenigen Krebszellen, die die vorbereitende Chemotherapie überlebt haben und zum Ausgangspunkt für ein Rezidiv werden könnten. Dieses Rezidiv erleiden dennoch etwa ein Drittel der Patienten, die dann eine ungünstige Prognose haben. Eine mögliche Ursache ist ein „Immunescape“: Die Krebszellen setzen dabei Substanzen frei, die T-Zellen von einem Angriff auf sie abhalten.

Eine Möglichkeit, das „Immunescape“ zu überwinden, besteht in der Behandlung mit dem Checkpoint-Inhibitor Ipilimumab. Der Antikörper blockiert den Rezeptor CTLA-4 und löst dadurch eine Bremse im Immunsystem. Die Krebszellen werden verstärkt attackiert, was beim malignen Melanom, zu dessen Behandlung Ipilimumab seit 2011 zugelassen ist, häufig zum Therapieerfolg führt.

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Matthew Davids vom Dana-Farber Cancer Institute in Boston und Mitarbeiter haben Ipilimumab jetzt erstmals bei 28 Patienten mit verschiedenen Lymphomen und Leukämien eingesetzt, bei denen es nach einer hämatopoetischen Stammzell­transplantation zu einem Rezidiv gekommen war.

Von den 22 Patienten, die mit der höchsten Dosis von Ipilimumab behandelt wurden, erzielten fünf eine vollständige Remission, bei zwei Patienten kam es zu einer partiellen Remission, bei sechs weiteren kam es zu einem Rückgang der Tumorlast. Damit war die Ipilimumab-Therapie bei 59 Prozent der Patienten (wenigstens teilweise) erfolgreich. Unter den erfolgreich behan­delten Patienten waren auch drei Patienten mit Leukämie-Erkrankungen der Haut, die bisher auf keine Therapie angesprochen hatten.

Zu den möglichen Risiken der Therapie gehört eine Graft-versus-Host-Reaktion, bei der durch Ipilimumab „entfesselte“ T-Zellen körpereigene Zellen angreifen. Diese Reaktion ist in der Studie nur bei vier Patienten aufgetreten und konnte laut Davids durch die Gabe von Kortikoiden erfolgreich behandelt werden. Die Forscher planen weitere Studien, um die Behandlung für eine größere Zahl von Patienten verfügbar zu machen. © rme/aerzteblatt.de

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