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Medizin

Genderprobleme bei Hornhaut­transplantation

Freitag, 15. Juli 2016

/ dpa

Liverpool – Hornhauttransplantationen gelingen häufiger, wenn Spender und Empfänger das gleiche Geschlecht haben. Eine Studie im American Journal of Transplantation (2016; doi: 10.1111/ajt.13926) zeigt, dass es vor allem bei der Fuchs'schen Endotheldystrophie zu Problemen kommen kann, wenn der Spender ein Mann und die Empfängerin eine Frau ist.

Hornhauttransplantationen sind in der Regel erfolgreich. Abstoßungsreaktionen sind in dem nicht durchbluteten Gewebe selten. Von den mehr als 18.000 Hornhäuten, die in Großbritannien transplantiert wurden, erfüllten nach fünf Jahren noch über 80 Prozent ihren Zweck, die Lichtstrahlen fokussiert an die Linse weiterzuleiten.

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Der genaue Blick, den Stephen Kaye von der Universität Liverpool auf die Daten geworfen hat, zeigt jedoch, dass ein kleiner Gender-Effekt besteht: Von 1.000 Transplantationen, bei denen das Geschlecht von Spender und Empfänger gleich waren, waren nach fünf Jahren nur 180 fehlgeschlagen. Wenn weibliche Patienten die Hornhaut eines männlichen Patienten erhalten hatten, betrug die Versagerrate jedoch 220 auf 1.000 Transplantationen. Umgekehrt, bei der Transplantation einer „weiblichen“ Cornea auf einen männlichen Patienten, gab es dagegen keine Probleme.

Am größten waren die Gender-Unterschiede bei Patienten mit Fuchs'scher Endo­theldystrophie, einer angeborenen Erkrankung, die zum allmählichen Untergang des Endothels auf der Innenseite der Hornhaut führt. Diese Zellen regulieren den Wasserhaushalt der Cornea. Bei einer Schädigung kommt es zu einem Ödem und zu einer Trübung der Hornhaut. Nach der Analyse von Kaye war die Versagerrate um 40 % höher, wenn eine Frau die Hornhaut eines männlichen Spenders erhalten hatte.

Kaye führt die Unterschiede auf eine sogenannte H-Y-Antigen-Inkompatibilität zurück, die mit dem Y-Chromosom assoziiert ist. Da Frauen kein Y-Chromosom haben, fehlt ihnen das H-Y-Antigen, so dass eine Immunabwehr nicht erfolgen kann. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #104813
Alternativmed
am Dienstag, 19. Juli 2016, 11:36

Eine Immunabwehr ist gerade der Auslöser der Abstoßungsreaktion

"Da Frauen kein Y-Chromosom haben, fehlt ihnen das H-Y-Antigen, so dass eine Immunabwehr nicht erfolgen kann."

Frauen haben kein H-Y-Antigen und können gerade deshalb eine Immunantwort gegen dieses Antigen ausbilden, weil ihr Immunsystem die Struktur als fremd erkennt. Folge ist eine Transplantatabstoßungsreaktion. Wäre dieses Antigen, wie bei Männern, in großem Überschuß vorhanden, wäre die Induktion einer Immuntoleranz die physiologische Immunantwort. Zur Erinnerung: Toleranz kann sowohl durch sehr kleine als auch sehr große Antigenmengen induziert werden, alles, was dazwischen liegt, führt zu einer Immunabwehrreaktion.

Diese Transplantatabstoßung hat sehr viel mit dem biologischen, aber nichts mit dem "Gendergeschlecht" zu tun, das bekanntlich entsprechend der Genderideologie beliebig gewechselt werden kann.
Avatar #104813
Alternativmed
am Samstag, 16. Juli 2016, 12:57

Wie oft muss noch auf den Unterschied von Gender und biologischem Geschlecht hingeiwesen werden?

Wenn sich ein Mann als Frau fühlt, wäre sein biologisches Geschlecht das eines Mannes, sein Gendergeschlecht aber weiblich, und morgen fühlt er sich vielleicht wieder als Mann, dann hat sich sein Gendergeschlecht somit gewandelt. Da es nach der Genderideologie aber noch viele andere Gechlechter gibt, die auch bei ein und derselben Person je nach Gefühlslage beliebig wechseln können, brauchte man nur noch abzuwarten, bis diese Person zufällig gerade das für die Transplantation passende Gendergeschlecht erreicht hat. Probleme gäbe es dann doch eher nicht mehr. Das einzige bleibende Problem bestünde lediglich in der Transplantations-Immunologie, die sich einfach nicht an die ideologischen Spielregeln halten will.
Avatar #560064
nocure
am Freitag, 15. Juli 2016, 19:17

Jetzt fängt das DÄ auch noch mit Gender an!

Gender ist keine Diagnose eines biologischen Geschlechtes, sondern eine persönliche Interpretation desselben.
Korrekt wäre die Überschrift also ohne Gender: Biologisch weibliche, männliche usw usw
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