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Medizin

Meropenem: Klassisches Antibiotikum bei Lungentuberkulose wirksam

Freitag, 15. Juli 2016

Kapstadt – Das Beta-Laktam-Antibiotikum Meropenem, das 1997 zur Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten eingeführt wurde, ist offenbar auch bei der Lungentuberkulose wirksam, wie erste Ergebnisse einer klinischen Studie im New England Journal of Medicine (2016; doi: 10.1056/NEJMc1513236) zeigen.

Da M. tuberculosis über effektive Beta-Laktamase verfügt, sind Beta-Laktam-Antibiotika in der Regel nicht wirksam. Amoxicillin (plus Clavulansäure) hat denn auch in zwei früheren Studien keine Erfolge erzielt. Meropenem könnte hier eine Ausnahme sein. Nachdem frühere in-vitro-Studien gezeigt hatten, dass Meropenem von den Enzymen des Tuberkuloseerregers nur in einem geringem Maße nicht gespalten wird, wurde in Südafrika eine klinische Studie an bisher 30 Patienten mit offener Lungentuberkulose begonnen. Die Patienten wurden entweder mit der Standardbehandlung aus Isoniazid, Rifampin, Pyrazinamid und Ethambutol oder mit einer Kombination aus Meropenem plus Clavulansäure behandelt.

Wie Andreas Diacon von der Stellenbosch Universität in Kapstadt und Mitarbeiter berichten, nahm die Bakterienlast im Sputum der Patienten in den ersten 14 Tagen der Behandlung unter Meropenem im gleichem Maße ab wie unter der Standardtherapie. Die Behandlung wurde von den Patienten bisher gut vertragen. Die Nebenwirkungen von Meropenem waren in der Regel mild, berichtet Diacon.

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Noch ist nicht klar, ob die Effekte von Meropenem plus Clavulansäure anhalten und ob das Antibiotikum auch bei Patienten mit multiresistenter Tuberkulose (MDR-TB) wirksam wäre. Prof. Christoph Lange, Ärztlicher Leiter der Klinischen Infektiologie am Forschungszentrum Borstel dämpft deshalb die Hoffnungen. Neue Medikamente gegen die sich ausbreitende MDR-TB würden jedoch dringend gesucht, nachdem es gerade einmal zwei Jahre nach Einführung der letzten beiden neuen Medikamente (Bedaquilin und Delamanid) zu ersten Resistenzen gekommen ist. Die Überprüfung der Wirksamkeit bereits zugelassener Medikamente könnte nach Ansicht der Tuberkulose-Experten eine sinnvolle Ergänzung zur Entwicklung neuer Wirkstoffe sein. © rme/aerzteblatt.de

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