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Medizin

Darmkrebs: Omega-3-Fettsäure-­haltige Nachrungsmittel senken Sterblichkeit

Mittwoch, 20. Juli 2016

/ dapd

Boston – Der Verzehr von Fisch und die damit verbundene Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren könnte die Sterblichkeit von Darmkrebspatienten senken. Zu diesem Schluss kommen Forscher, die zwei Langzeitstudien mit mehr 1.600 Patienten ausgewertet haben. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Gut (doi:10.1136/gutjnl-2016-311990) publiziert.  

Frühere Studien haben bereits gezeigt, dass mehrfach ungesättigte Fettsäuren das Tumorwachstum unterdrücken, die Blutversorgung bremsen und das Risiko für Darmkrebs reduzieren können. Neu hingegen ist die Erkenntniss, dass sich der Verzehr von Omega-3-Fettsäuren vor aber auch nach der Diagnose positiv auf das Sterberisiko auswirkt.

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Diejenigen, die täglich mindestens 0,3 Gramm Omega-3-Fettsäuren nach der Krebs­diagnose zu sich nahmen hatten ein um 41 % geringeres Darmkrebs-Sterberisiko als jene, die weniger als 0,1 Gramm konsumierten. Dazu zählte die im Fisch enthaltenen Omega-3-Fettsäuren (Polyunsaturated fatty acids, PUFAs), Eicosapentaensäure (EPA), Docosahexaensäure (DHA) und Clupanodonsäure, aber auch Fischölergänzungsmittel.

Studienpopulation

In der Nurses’ Health Study sind seit 1976 121.700 weibliche Krankenschwestern registriert im Alter zwischen 30 und 55 und in der Health Professionals Follow Up Study 51.529 männliche Gesundheits-experten zwischen 40 und 75 seit 1986. Alle Studienteilnehmer füllen seit Beginn im Zwei- Jahresrhythmus einen Fragebogen zu ihrem Lebensstil und ihrer Krankengeschichte aus. Alle vier Jahre beantworten sie einen weiteren Fragebogen zu Essgewohnheiten.

Fast 1659 der Teilnehmer erkrankten im Laufe der Zeit an Darmkrebs, 169 starben daran, weitere 253 verstarben aufgrund von Herz-kreislauferkrankungen und 113 aufgrund von anderen Krebsarten.

Am größten war die Evidenz der lebensverlängernden Auswirkung der ungesättigten Fettsäuren bei großen Probanden mit einem Body Mass Index unter 25 und jenen, die nicht regelmäßig Aspirin einnahmen. Aber auch, wer erst  nach der Diagnose mehr Omega-3-Fettsäuren zu sich nahmen profitierte: Mindestens 0,15 Gramm mehr pro Tag verbesserten die Überlebenschancen um 70 %. Der Verzehr der ungesättigten fettsäuren wirkte sich aber nicht nachweisleich auf die Gesamt­sterblichkeit der Teilnehmer.

Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, können die Forscher über die Ursachen nur Vermutungen aufstellen. Teilnehmer, die einen höheren Verzehr von Omega-3-Fettsäuren angaben, waren gleichzeitig auch körperlich aktiver, nahmen eher Vitamine, Ballaststoffe und Vitamin D zu sich und tranken häufiger Alkohol.

„Falls weitere Studien diese Ergebnisse bestätigen, würden wir Darmkrebspatienten empfehlen, mehr ungesättigte Fettsäuren über Fischöle zu sich zu nehmen,“ schlussfolgern die Autoren um Mingyang Song vom Massachusetts General Hospital in Boston.

© gie/aerzteblatt.de

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