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Medizin

Malaria-Prophylaxe: Anopheles-Mücke meidet Hühner bei der Zwischenwirtsuche

Dienstag, 19. Juli 2016

Versuchsaufbau: Huhn als Malariaprävention unter einer Mückenfalle, Malaria Journal 2016 /Rickard Ignell

Alnarp – Der Geruch von Hühnern könnte Menschen vor der Mücke schützen, die Malaria überträgt. Forscher der University of Agricultural Sciences und der Addis Ababa University in Äthiopien konnten erstmals zeigen, dass Anopheles arabiensis eine bestimmte Tierspezies meidet. Die Studie wurde heute in Malaria Journals publiziert.

Rickard Ignell und seine Team zählten die Bevölkerung und Haustiere aus drei äthiopischen Dörfern, sowie die Herkunft des Bluts, von dem sich 386 Anopheles-Mücken draußen beziehungsweise in den Behausungen ernährt hatten. Anopheles arabiensis, eine der häufigsten Malaria-Überträger in Sub-Sahara Afrika, ernährte sich in erster Linie von Menschenblut, aber auch von Tierblut, vor allem außerhalb des Hauses.

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Darunter fanden die Forscher Rinder, Schafe und Ziegen. Nur das Blut von Hühnern scheinen sie zu meiden, sowohl draußen als auch im Haus, wo sich Hühner im Gegensatz zu den anderen Tieren ebenfalls aufhalten. Die Spezies unterscheiden die Mücken vermutlich aufgrund des Geruchs.

Die Forscher untersuchten in einem nächsten Schritt, ob sich bestimmte Geruchsstoffe aus Tierhaaren oder Federn als Mückenrepellent eignen. Über 11 Tage stellten sie Geruchs-Fallen in 11 Hütten auf. In den Hühner-Geruchsfallen wurden 90 bis 95 % weniger Mücken gefangen als in den Kontroll-Fallen, die nach anderen Tierarten rochen (weniger als 3 Mücken versus 10 bis 12 Mücken pro Nacht). Einen ähnlichen Effekt hatte es, wenn die Forscher ein lebendes Huhn neben der Falle in einem Käfig hielten (siehe Abbildung). Am besten eigneten sich cis- und trans-Limonenoxide, ß-Myrcen und das Huhn selbst als Repellent. © gie/aerzteblatt.de

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