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Medizin

HIV: Infektionen nehmen in vielen Ländern weiterhin zu

Dienstag, 19. Juli 2016

Welt-Aids-Konferenz 2016 Durban /dpa

Durban – Weltweit ging die Zahl der Neuinfektionen mit dem HI-Virus in den letzten zehn Jahren nur minimal um 0,7 % zurück. In 74 Ländern hat die Inzidenz zwischen 2005 und 2015 sogar zugenommen. Darunter sind Indonesien, Ägypten, Kenia und Russland, aber auch Spanien und Griechenland. Das geht aus der heute anlässlich der Welt-Aids-Konferenz veröffentlichten Global Burden of Disease Studie hervor, die in The Lancet HIV (doi.org/10.1016/S2352-3018(16)30087-X) publiziert wurde.

Auch im Jahr 2015 infizierten sich wieder 2,5 Millionen Menschen weltweit mit HIV. Drei Viertel aller Neuinfektionen ereigneten sich in Sub-Sahara-Afrika (1,8 Millionen), 8,5 % in Südasien (212.500). In Deutschland waren es 1.760. In Europa führte im Jahr 2015 Russland mit der höchsten Inzidenz von 20 Infizierten pro 100.000 Einwohnern, in Asien Kambodscha mit 46 und in Teilen Lateinamerikas und der Karibik lag die Inzidenz bei 50 pro 100.000 Einwohnern. Im Süden Afrikas liegt die Inzidenz bei 1 %.

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Während von 1997 bis 2005 noch ein Rückgang von 2,7 % zu verzeichnen war, stagnieren die Zahlen in den letzten zehn Jahren. In einigen Ländern nehmen sie sogar zu: Die jährlichen Todesfälle aufgrund von AIDS sinken weiterhin stetig seit dem Höhepunkt im Jahr 2005 von 1,8 Millionen auf 1,2 Millionen. Gleichzeitig nimmt die Zahl der HIV-Infizierten, die mit einer antiretroviralen Therapie (ART) behandelt werden, zu. Bei den Männern stieg der Anteil seit 2005 von 6,4 auf 38,6 %, bei den Frauen von 3,3 auf 42,4 %.

Weltweit erhalten weniger als 80% der HIV-Infizierten eine antiretrovirale Therapie
Christopher Murray, Direktor vom Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) at the University of Washington, Seattle äußerte sich dennoch besorgt bezüglich des Ziels, 2030 AIDS zu besiegen: „Regierungen und internationale Organisationen werden mehr investieren müssen, um die geschätzen 36 Milliarden US Dollar zu erreichen, die benötigt werden, um dieses Ziel zu erreichen.“ In weiter Ferne scheint auch das Ziel, 81 % der HIV-Infizierten bis 2020 mit ART zu versorgen. Kein Land hat „UNAIDS 90-90-90“ laut der aktuellen Studie bisher erreicht.

Ende der globalen Aids-Epidemie bis 2030 möglich

Genf – Das Ende von Aids als globaler Epidemie ist möglich. In den vergangenen 15 Jahren seien „außerordentliche“ Erfolge im Kampf gegen Aids erzielt worden, erklärte das Aidsprogramm der Vereinten Nationen UNAIDS heute in Genf.

Schweden ist mit 76 % Spitzenreiter, gefolgt von den USA, den Niederlanden und Argentinien mit jeweils mehr als 70 %. In Deutschland waren es 54 %, die mit einer ART versorgt wurden. In Nordafrika, Osteuropa, Ost-Asien und im mittleren Osten erhielt etwa jeder Fünfte eine ART, in Zentral-Asien nicht mal jeder Dritte.

Ein positiver Trend ist bei Präventionsmaßnahmen und der ART-Versorgung in den Ländern Sub-Sahara-Afrikas zu sehen, was sich in einem Rückgang der Sterblichkeit äußerte. In Botswana erhalten mittlerweile mehr als 60 % und in Namibia oder Swasiland mehr als 50 % eine ART. Die Mutter-Kind-Transmission bei der Geburt kann immer häufiger verhindert werden. Ganz anders gestaltet es sich in nordafrikanischen Ländern, oder im mittleren Osten. Hier wurde dieser Fortschritt versäumt. In Syrien und dem Irak erhalten nur etwa 18 % eine ART.

Insgesamt haben die Studienautoren um Haidong Wang 195 Länder bezüglich Inzidenz, Prävalenz, Sterblichkeit und ART-Verfügbarkeit untersucht. © gie/aerzteblatt.de

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