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Politik

Ministerium legt Entwurf für Facharztquote an Kliniken in Thüringen vor

Donnerstag, 21. Juli 2016

Erfurt – Die Landesregierung in Thüringen will Kliniken verpflichten, ihre Fachabtei­lun­gen künftig mit mindestens drei Fachärzten zu besetzen. Diese Zahl stehe im Entwurf für eine Rechtsverordnung zum Thüringer Krankenhausgesetz, erklärte heute ein Sprecher des Sozialministeriums. Dort diskutierte der für Krankenhausplanung zuständige Aus­schuss in einer Anhörung über den Verordnungsentwurf.

Insgesamt sollen laut Entwurf pro Fachabteilung jeweils mindestens 5,5 Arztstellen ein­gerichtet werden – als Voraus­setzung, um diese Abteilungen betreiben zu können. Von einer Facharztquote für Fachabteilungen verspricht sich das Ministerium eine hohe Qua­lität der Patientenversorgung.

Unterstützung für eine solche Quote kommt nicht nur von gesetzlichen Krankenkassen, sondern auch von der Lan­des­ärz­te­kam­mer Thüringen (LÄK). „Grundsätzlich sind wir der Auffassung, dass Fachabteilungen auch mit Ärzten, insbesondere in den Leitungsposi­ti­o­nen, besetzt sein müssen, die eine entsprechend ausgewiesene Fachexpertise haben“, sagte LÄK-Präsidentin Ellen Lundershausen auf Nachfrage des Deutschen Ärzteblatts.

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Konkret bedeute dies, der Leiter und der stellvertretende Leiter einer Fachabteilung müssten die entsprechende Qualifikation nach Weiter­bildungs­ordnung vorweisen können. Ebenso sollte jede Abteilung eine bestimmte Zahl an Fachärzten, aber auch an Ärzten in Weiterbildung beschäftigen. „Als Ärztekammer steht Qualität in der medizini­schen Versorgung an oberster Stelle, zugleich darf eine Planung aber nicht an der Ver­sorgungs- und Lebensrealität vorbeigehen“, kommentierte Lundershausen.

Über den Verordnungsentwurf hatten Zeitungen der Mediengruppe Thüringen berichtet. Die Ergebnisse der Anhörung sollen laut Ministerium bis Mitte August ausgewertet wer­den. Das Land arbeitet derzeit am neuen Thüringer Krankenhausplan. Dieser soll die Standorte von Kliniken und Fachabteilungen in Thüringen festlegen und 2017 in Kraft treten. Klinikschließungen hat die rot-rot-grüne Landesregierung ausgeschlossen. © may/dpa/aerzteblatt.de

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