NewsMedizinSubarachnoi­dalblutung: Weibliche Raucher haben das höchste Risiko
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Subarachnoi­dalblutung: Weibliche Raucher haben das höchste Risiko

Montag, 25. Juli 2016

dpa

Helsinki - Rauchen erhöht bei Frauen das Risiko auf eine Subarachnoidalblutung in sehr viel stärkerem Maße als bei Männern. Dies zeigen die Ergebnisse einer prospektiven Kohortenstudie aus Finnland, wo laut der Publikation in Stroke (2016; doi: 10.1161/STROKEAHA.116.012957) fast ein Drittel aller Subarachnoidalblutungen auf das Rauchen zurückzuführen sind. 

Die FINRISK Study, die als Teil des MONICA-Projekts der Welt­gesund­heits­organi­sation begonnen wurde, befragt seit 1972 alle fünf Jahre eine Stichprobe von erwachsenen Finnen nach ihrem Gesundheitszustand und ihren Lebensgewohnheiten, darunter wie viele Zigaretten sie rauchen. Bis 2007 nahmen insgesamt 65.521 Personen an den Umfragen teil. Joni Valdemar Lindbohm von der Universität Helsinki und Mitarbeiter setzten die Angaben zum Rauchen mit dem späteren Auftreten einer Subarachnoi­dalblutung in Beziehung. Während 1,38 Millionen Personenjahren kam es bei den im Durchschnitt 45 Jahre alten Personen zu 492 Ereignissen. Subarachnoidalblutungen sind eine eher seltene Erkrankung, die jedoch häufig zum Tod führt oder schwere Behinderungen hinterlässt.

Anzeige

Aufgrund der großen Datenbasis konnten die Forscher den Einfluss des Rauchens klären. Es war bekannt, dass Rauchen ein Risikofaktor für Subarachnoidalblutungen ist. Bekannt war auch, dass Frauen diese Art der Hirnblutung häufiger erleiden als Männer. Der Grund war nicht bekannt, aber eine erhöhte Anfälligkeit von Raucherinnen im Vergleich zu Rauchern könnte eine Erklärung sein.

Die Forscher fanden nämlich heraus, dass Rauchen bei Frauen das Risiko auf eine Subarachnoidalblutung sehr viel stärker erhöht als bei Männern. Dieser Zusammenhang war schon bei einer bis 10 Zigaretten am Tag erkennbar: Bei Frauen erhöht dieser geringe Tabakkonsum das Risiko auf eine Subarachnoidalblutung um den Faktor 2,95, für Männer ermittelten die Forscher nur eine Hazard Ratio von 1,93.

Die Geschlechtsunterschiede vergrößerten sich mit der Anzahl der gerauchten Ziga­retten: Bei 11 bis 20 Zigaretten an Tag steigt das Risiko auf eine Subarachnoidalblutung bei Frauen um den Faktor 3,89, bei Männern dagegen nur um den Faktor 2,13. Frauen, die 21 bis 30 Zigaretten am Tag rauchen, haben sogar ein um den Faktor 8,35 erhöhtes Risiko, bei Männern beträgt die Hazard Ratio nur 2,76.

Die gute Nachricht ist, dass das Risiko bei einem Rauchstopp schnell zurückgeht. Schon nach sechs Monaten erreichen Männer und Frauen das Risikolevel von Nichtrauchern. Dies spricht dafür, dass kurzfristige Veränderungen, etwa im Hormonhaushalt (Rauchen senkt die Östrogenspiegel), und nicht die langfristigen Auswirkungen etwa auf die Atherosklerose für das Risiko verantwortlich sind. Die Studie war allerdings nicht in der Lage, dies zu prüfen.

Das höhere Risiko, das bei Frauen mit dem Rauchen verbunden ist, könnte laut Lindbohm den Geschlechterunterschied erklären. Überhaupt ist Rauchen ein wesentlicher Auslöser der Hirnblutungen. In Finnland rauchen 19 Prozent der Frauen und 38 Prozent der Männer. Wenn alle auf das Rauchen verzichten würden, könnte die Zahl der Subarachnoidalblutungen in dem skandinavischen Land um 31 Prozent sinken (population attributable risk).

© rme/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
VG WortLNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER