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Ärzteschaft

Sachsen-Anhalt: Schneller Draht zum Facharzt seltener genutzt

Montag, 25. Juli 2016

Magdeburg – Sechs Monate nach dem Start des Facharzt-Services stößt das Angebot bei den Patienten im Land auf sinkendes Interesse. Zwar haben seit dem Start am 25. Januar rund 3.300 Patienten die Terminservicestelle kontaktiert. Doch sind die Anfragen stark zurückgegangen, teilte die Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt (KVSA) mit. Mit dem Service sollen Überweisungen von Hausärzten schneller an Fachärzte vermittelt werden können. 

„Nach anfänglich stärkerer Nachfrage von knapp 200 Anrufen pro Woche, sind es mittler­weile zwischen 80 und 154 Anrufe“, hieß es von der KVSA. Derzeit riefen gerade mal etwas mehr als 20 Patienten pro Tag bei dem Service an, um sich einen Termin ver­mitteln zu lassen. Als einen Grund dafür sieht die KVSA auch die Urlaubszeit. Vier Mit­ar­beiter seien für die Anrufe zuständig, sie bearbeiteten aber auch andere Anfragen.

Nicht jeder, der bei der Servicestelle anruft, bekommt automatisch einen Platz im Warte­zimmer. Von den 3.300 Anfragen seien etwa 60 Prozent vermittelt worden, hieß es. Die Gründe dafür seien verschieden. Entweder hätten die Patienten keine entsprechende Überweisung, keinen konkreten Wunschtermin gehabt oder es habe keine Dringlichkeit bestanden. Es seien aber auch Angebote ausgeschlagen worden.

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Die Kassenärztliche Vereinigung selbst sieht das neue Angebot kritisch: „Die Termin­ver­gabe über die Servicestelle ist mit hohem bürokratischem Aufwand verbunden.“ Arztprax­en müssten freie Termine melden. Dabei bestehe die Gefahr, dass diese frei gehaltenen Termine für dringliche Patienten verloren gingen. Der Verband schätzt das sogenannte Überweisungssteuerungsmodell als sinnvoller ein. Dabei kümmere sich der Hausarzt di­rekt um einen Facharzttermin. Dieses Modell gibt es bisher aber nur für Versicherte weni­ger Krankenkassen.

Voraussetzung, um den Terminservice nutzen zu können, ist eine Überweisung mit einem besonderen 12-stelligen Code. Die Nummer muss der Patient der Servicestelle telefo­nisch nennen. Die Servicestelle vermittelt allerdings keine Termine für Bagateller­kran­kun­gen, Routine- oder verschiebbare Kontrolluntersuchungen. © dpa/aerzteblatt.de

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