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Medizin

Frühgeburten: Muttermilch wirkt sich in den ersten Tagen positiv auf das Gehirn aus

Freitag, 29. Juli 2016

Brigham – Frühgeborene, die im Vergleich zu anderen Babys in den ersten 28 Tagen mehr Muttermilch trinken, haben diverse Entwicklungsvorteile. Forscher vom Brigham and Women's Hospital konnten zeigen, dass bestimmte Hirnbereiche größer waren, aber auch IQ, Erinnerungsvermögen, akademische Leistung und motorische Funktionen im Alter von sieben Jahren besser waren. Die Studie wurde heute in The Journal of Pediatrics (10.1016/j.jpeds.2016.06.045) publiziert.

„Schon auf der neonatalen Intensivstation sollten Frühgeborene Muttermilch trinken“, sagt die Erstautorin Mandy Brown Belfort vom Department of Newborn Medicine aus Brigham. So steht es bereits in den aktuellen Empfehlungen geschrieben.

Im Rahmen der Studie untersuchten die Forscher um Brown 180 Babys, die vor der 30. Schwangerschaftswoche geboren wurden oder bei der Geburt weniger als 1.250 Gramm wogen bis zu ihrem siebten Lebensjahr. Sie berechneten die Anzahl der Tage, an denen die Babys, die in den ersten 28 Tagen mehr beziehungsweise weniger als 50 % ihrer Nahrung in Form von Muttermilch zu sich genommen hatten. Mittels Daten von Magnetresonanztomografie-Untersuchungen ermittelten die Autoren das Hirnvolumen. Diejenigen, die an mehr Tagen mehr als 50 % Muttermilch erhielten, hatten ein größeres Volumen der tiefen grauen Kernsubstanz (0.15 cc/d; 95% CI, 0.05-0.25). Im Alter von sieben Jahren schnitten sie besser bei IQ-Tests (0.5 points/d; 95% CI, 0.2-0.8), Arbeitsgedächtnisübungen (0.5; 95% CI, 0.1-0.9) und motorischen Fähigkeiten (0.1; 95% CI, 0.0-0.2) ab.

„Viele Mütter von Frühgeborenen haben Schwierigkeiten, ihre Babys mit Muttermilch zu versorgen“, erklärt Brown. Sie müssten daher besonders dabei unterstützt werden. Muttermilch sei aber nur einer von vielen Faktoren, die die Entwicklung positiv beeinflussen. Die Studienergebnisse könnten durch das Engagement der Mütter bei der Kindererziehung verfälscht worden sein - dieses hatten die Autoren nicht analysiert.

© gie/aerzteblatt.de

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