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Ausland

Milzbrand-Ausbruch: Zwölfjähriger im äußersten Norden Russlands gestorben

Montag, 1. August 2016

Moskau – Erstmals seit 75 Jahren ist in einer Region im äußersten Norden Russlands wie­der ein Milzbrand-Ausbruch gemeldet worden. Ein zwölfjähriger Junge sei an dem hoch­giftigen Anthrax-Erreger gestorben, acht weitere trügen ihn in sich, teilte der Gou­ver­n­eur der sibirischen Region Jamalo-Nenezki heute mit. Insgesamt seien 72 Menschen mit Milzbrand-Verdacht ins Krankenhaus gebracht worden, darunter 41 Kinder. Die ge­sam­te Region steht unter Quarantäne.

Träger des Anthrax-Erregers sind nach Behördenangaben bisher ausschließlich Rentier-Hirten und ihre Tiere. Experten aus Moskau stellten in der rund 2.000 Kilometer entfern­ten Region ein Feldlazarett auf und begannen, mehr als 40.000 Rentiere zu impfen. Mehr als 2.300 Rentiere wurden bereits getötet, unzählige weitere wurden ebenso wie die Einwohner der Region geimpft.

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Jamalo-Nenezki galt seit 1941 als Anthrax-frei. Experten vermuten jedoch, dass die seit über einem Monat herrschenden ungewöhnlich hohen Temperaturen den Permafrost zum Schmelzen gebracht haben, in dem die tödlichen Sporen über mehr als ein Jahr­hun­dert konserviert waren. Infektionsherd könnte ein historischer Friedhof der Jamal-Nenzen sein, hieß es. Das indigene Volk bestatte seine Toten traditionell in Holzsärgen und ver­grabe diese nicht, weil der Boden früher tiefgefroren gewesen sei.

Milzbrand oder Anthrax ist eine bakterielle Infektionserkrankung, die meist Tiere in Afrika, Asien und Teilen Europas befällt. Gefährdet sind vor allem Paarhufer wie Rinder. Men­schen in Industrieländern sind äußerst selten betroffen. Der Anthrax-Erreger verbreitet sich durch seine Sporen, eine Über­tragung von Mensch zu Mensch gilt als unwahr­schein­­­lich. © afp/dpa/aerzteblatt.de

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