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Ausland

Miami: US-Behörden warnen Schwangere wegen Zikavirus

Dienstag, 2. August 2016

Washington – Nach mehreren Infektionen mit dem Zikavirus haben die US-Behörden eine Reisewarnung für Teile der Millionenmetropole Miami herausgegeben. Sie richte sich an schwangere Frauen, denen von einem Besuch in dem Ausgehviertel Wynwood nördlich des Stadtzentrums abgeraten werde, erklärte der Chef der Seuchenbe­kämpfungs­behör­de CDC, Tom Frieden, in Washington. Schwange­re Frauen, die seit Mitte Juni das Viertel besucht haben, sollten einen Arzt aufsuchen.

In dem Stadtteil wurden bereits 14 Infektionen mit dem Zika-Virus registriert, das in der Re­gel durch Mücken übertragen wird. „In Miami haben unsere aggressiven Maßnahmen zur Moskitobekämpfung nicht in dem Maße gewirkt, wie wir uns das gewünscht hatten“, räumte Behördenchef Frieden ein. Er riet den Bewohnern, Insektenschutzmittel zu be­nutzen und lange Kleidung zu tragen. Frauen sollten nur geschützten Geschlechtsver­kehr haben, um eine Übertragung auf diesem Wege zu verhindern. Frieden kündigte die Entsendung eines Expertenteams nach Florida an, um den Kampf gegen eine Ausbrei­tung des Zika-Virus zu unterstützen.

Die von Mücken und in seltenen Fällen durch Geschlechtsverkehr übertragene Krank­heit ist in der Regel ungefährlich. Bei Schwangeren kann sie jedoch dazu führen, dass ihre Babys mit Mikrozephalie geboren werden. In diesem Fall haben die Kinder einen un­gewöhnlich kleinen Kopf, was zu schweren Entwicklungsverzögerungen führen kann. Bis­lang kamen in den USA zwölf Kinder mit Mikrozephalie zur Welt. Ein Impfmittel gegen das Virus gibt es derzeit noch nicht.

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Alle 14 Infizierten, darunter zwei Frauen, haben sich offenbar in Florida angesteckt und nicht bei Reisen in Zika-Gebieten. Dies bedeutet, dass Mücken mit dem Virus in den USA präsent sind. Eine Epidemie wie vor allem in Brasilien und bis vor Kurzem auch in Kolum­bien gilt zwar als unwahrscheinlich. Dennoch haben die Behörden vergangene Woche aus Sorge vor einer Ausbreitung in den Bezirken Miami-Dade und Broward einen sofor­tigen Stopp aller Blutspenden angeordnet.

„Angesichts der ungewissen Lage“ rät auch das norwegische Gesundheitsinstitut FHI allen Schwangeren von Reisen nach Miami ab. Reisende, die sich in der Stadt aufge­hal­ten hätten, sollten nach ihrer Rückkehr alle notwendigen Vorsorgemaßnahmen ergrei­fen. Es habe die Entscheidung ohne Absprache mit den anderen europäischen Behör­den ge­troffen, um mitten in der Feriensaison Reisen nach Miami zuvorzukommen, so das FHI.

Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte in seinen medizinischen Reisehinweisen, im Be­reich der Stadt Miami müsse „erstmals von einer lokalen Übertragung der Zikavirus­er­kran­kung ausgegangen werden“. Es empfehle „Schwangeren und Frauen, die schwan­ger werden wollen, in Abstimmung mit der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) sowie dem Robert-Koch-Institut, von vermeidbaren Reisen in Zika-Virus-Ausbruchsgebiete abzusehen“. © afp/aerzteblatt.de

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