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Medizin

Opioide: Abhängigkeitsrisiko bei erstmaliger Verschreibung

Donnerstag, 4. August 2016

/Michael Buehrke_pixelio.de

Portland – Verlangen Patienten eine höhere Dosierung oder einen sofortigen Nachschub einer Opiodtherapie, sollte jeder Arzt hellhörig werden. Vor allem bei Patienten, die zum ersten Mal Opiode zur Schmerzlinderung einnehmen, ist Vorsicht geboten. Ab wann der Opiodeinsatz das Risiko einer längerfristigen Einnahme birgt, haben Forscher der Oregon Health and Science University in einer retrospektiven Kohorten-Studie erforscht. Die Ergebnisse haben sie kürzlich im Journal of General Internal Medicine (doi:10.1007/s11606-016-3810-3) publiziert.

In den USA verschrieben Ärtzte in den letzten beiden Jahrzehnten deutlich mehr Opiode als in den Jahren davor. Gleichzeitg stieg auch der Bedarf an Therapien aufgrund von Opiod-Übderdosierungen und -Abhängigkeiten. Der Staat Oregon ist laut einer Erhe­bung aus dem Jahr 2012 am stärksten betroffen. Hier haben die Autoren um Richard Deyo vond er Oregon Health and Science University in Portland daher auch ihre Studie mit Daten von 3,6 Millionen Opdioid-Rezepten bei 874.765 Patienten in einem Zeitraum von Oktober 2012 bis September 2013 durchgeführt. Am häufigsten wurden kurz­wirksame Opiate verordnet.

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Fast 537.000 (61,4 %) Teilnehmer erhielten zum ersten mal Opiode, sogenannte opioid-naive Patienten. Etwa 5 % davon setzten die Opiodtherapie langfristig fort mit steigender Tendenz mit zunehmendem Alter, das heißt sie nahmen innerhalb eines Jahres mindestens sechs Rezepte in Anspruch. In ländlichen Regionen war der Trend noch deutlicher erkennbar als in den Städten (6,1 versus 4,4 %; Odd-Ratio: 1,37). 

Patienten, die jünger als 45 Jahre waren und zwei Rezepte im ersten Monat erhielten, hatten ein erhöhtes Risiko langfristig auf das Schmerzmedikament angewiesen zu sein als jene, mit nur einem Rezept (Odd-Ratio: 2,25). Diese junge Gruppe repräsen­tierte 243.427 Schmerzpatienten, jedoch kaum Krebs- oder Palliativ-Patienten. Ebenfalls steigerte eine initiale Behandlung mit Morphium, dem wichtigsten Opiat in der Schmerz­therapie, in den ersten 30 Tagen zwischen 400 und 799 mg das Risiko verglichen mit geringeren Dosierungen (Odd-Ratio: 2,96). Patienten, die zu Beginn kurzwirksame Opiodie einnahmen hatten verglichen mit langwirksamen Opioden ein geringeres Risiko für eine langfristige Anwendung.

Am sichersten sei es daher von Beginn an ein kurzwirksames Opioid einmalig zu verschreiben. Die Morphium-Dosis sollte unter 120 mg Morphinäquivalenten liegen, schlussfolgern die Autoren aus ihren Ergebnissen. Die Empfehlungen des Centers for Disease Control (CDC), die Opiod-Therapie auf drei bis maximal sieben Tage zu beschränken, sehen sie in ihrer Studie bestätigt.

© gie/aerzteblatt.de

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