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Politik

Versicherte besorgt über Rabattverträge

Freitag, 5. August 2016

/dpa

Berlin – Eine sichere Versorgung mit Arzneimitteln, für die ein Rabattvertrag besteht, ist den gesetzlich Versicherten besonders wichtig. Darauf weist der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) hin. Er beruft sich dabei auf eine aktuelle Umfrage unter Versicherten.

Danach wäre es für gut 40 Prozent der Erwachsenen in Deutschland ein Grund, ihre Kasse zu wechseln, wenn diese für ein Medikament zur Behandlung einer chronischen Erkrankung nur mit einem einzigen Hersteller einen Rabattvertrag abgeschlossen hätte. „Das Ergebnis der Befragung ist ein Warnschuss in Richtung Kassen“, sagte Henning Fahrenkamp, Hauptgeschäftsführer des BPI. Er warnte vor Lieferengpässen, wenn Krankenkassen sich aus Kostengründen nur an einen Hersteller binden.

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„Die derzeitige Ausschreibepraxis der Krankenkassen gefährdet die Versorgung. Des­halb brauchen wir hier dringend eindeutige gesetzliche Regelungen“, sagte Fahrenkamp und forderte den Gesetzgeber auf, den Gesetzesentwurf zur Arzneimittelversorgung in diesem Punkt detaillierter zu fassen. „Es ist für die Versorgungssicherheit wichtig, an min­destens drei Anbieter je Los einen Zuschlag zu erteilen“, lautet die Forderung des BPI.

Außerdem sei es wichtig, den Herstellern ausreichend Zeit zu geben, sich auf die Liefe­rung von rabattierten Arzneimitteln einzustellen. Konkret sollte die Zeit zwischen Zu­schlags­erteilung und dem Lieferbeginn von sechs auf zwölf Monate erhöht werden. „Nur dann können vor allem mittelständische Unternehmen ihre Produktionsmengen sicher planen“, so der BPI-Hauptgeschäftsführer.

Laut dem Statistikdienstleister imsHealth lag die Rabattquote bei den patentfreien Prä­pa­raten im vergangenen Jahr bei 63 Prozent.

Viele Krankenkassen arbeiten bei ihren Rabattverträgen bereits nach dem Mehr-Part­ner-Modell. „Bei der Auswahl unserer Rabattpartner geht es uns vor allem um die zuver­lässige Versorgung unserer Versicherten mit hochwertigen Arzneimitteln und nicht allein um den Preis. Wenn mehrere Produkte zur Auswahl stehen, bietet dies Versorgungs­al­ter­nativen und beugt Lieferengpässen vor“, sagte zum Beispiel Mani Rafii, Vorstand der Barmer GEK, Anfang August. © hil/aerzteblatt.de

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