NewsVermischtesZyklus-Apps taugen nicht zur Empfängnisverhütung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Zyklus-Apps taugen nicht zur Empfängnisverhütung

Freitag, 5. August 2016

Mainz – Smartphone-Applikationen (Apps), die Frauen helfen sollen, ihre fruchtbaren Ta­ge zu erkennen, können möglicherweise bei einem Kinderwunsch hilfreich sein, zur Em­pfäng­nisverhütung dagegen sind sie ungeeignet. Darauf weist die Deutsche Gesell­schaft für Endokrinologie (DGE) hin.

Fertility-Apps wie „Period Tracker“ oder „Ladytimer“ wurden laut Fachgesellschaft in den vergangenen Jahren millionenfach auf Smartphones geladen. „Aber die Hersteller geben meistens nicht einmal an, welche Algorithmen sie verwenden“, kritisierte Matthias Weber, Leiter des Schwerpunkts Endokrinologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Mediensprecher der DGE. Ob sie tatsächlich halten, was sie versprechen, sei daher „völlig unklar“, so seine Einschätzung.

Bei einem Kinderwunsch hat der Experte keine Einwände gegen die Apps. Das einzige Risiko bestehe ja darin, dass die Frau vorerst nicht schwanger werde. Möchte die Frau aber eine Schwangerschaft verhindern, sollte sie nach Ansicht von Weber nicht auf die Apps zurückgreifen – ebenso wenig wie auf sogenannte Zyklus-Computer. „Die Sicher­heit ist nicht ausreichend gewährleistet“, warnte der Experte. Frauen, die eine Schwanger­schaft verhindern wollen, sollten besser auf bewährte Verhütungsarten wie Kondom, Anti­babypille, Spirale oder Methoden der natürlichen Familienplanung zurückgreifen, rät die DGE.

Anzeige

Vanadin Seifert-Klauss von der Frauenklinik der Technischen Universität München rät Frauen, die andere Verhütungsmethoden verwenden wollen, zur sogenannten sympto­ther­malen Methode, die die Sektion Natürliche Familienplanung (NFP) der Deutschen Ge­sellschaft für gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin seit den 1980er-Jahren entwickelt hat.

Dabei werden drei Methoden kombiniert: Temperaturmessung, Zervikalschleimunter­su­chung und Kalendermethode. „Frauen, die einen Kurs besucht haben, erzielten einen Pearl-Index von 0,4, der der Zuverlässigkeit der Antibabypille nahe kommt“, so die Münchener Expertin. Inzwischen gibt es auch Apps, die auf den NFP-Regeln basieren. „Aber auch diese Apps müssten sich klinischen Prüfungen stellen“, forderte Weber. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

14. Juli 2020
Berlin – Aus den anfänglichen IT-Problemen der Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) und der Art der Krisenbewältigung der zuständigen Gematik ist zunehmend politischer Sprengstoff geworden. Der Frust der
TI-Störung entpuppt sich zunehmend als politischer Sprengstoff
14. Juli 2020
Frankfurt – Der Ärztliche Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen arbeitet bereits mit neuen digitalen Versorgungsmöglichkeiten. Darauf hat die KV gestern hingewiesen. So
Bereitschaftsdienst in Hessen nutzt Videosprechstunde und eRezept
14. Juli 2020
Berlin – 42 Prozent der Ärzte steht der Möglichkeiten, Gesundheits-Apps zu verschreiben, positiv gegenüber. 48 Prozent sind zumindest „teilweise offen“ dafür. Allerdings fühlen sich 56 Prozent
Ärzte wünschen sich mehr Transparenz bei Gesundheits-Apps
13. Juli 2020
Berlin – Die mangelnde Digitalisierung im Berliner Gesundheitswesen wirkt sich auf die seit Mitte Juni verfügbare Corona-Warn-App aus. Nach wie vor funktioniert die digitale Verbindung zwischen der
Corona-Warn-App noch nicht mit Gesundheitsämtern und Laboren verbunden
13. Juli 2020
Berlin – Die Ver­tre­ter­ver­samm­lung (VV) der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KV) hat ihrem Ärger über die aktuelle Störung der Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) mit einem Frontalangriff auf
TI-Störung: Irritationen um Rücktrittsforderungen an KBV-Vorstand
10. Juli 2020
Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat die Rahmendaten für den digitalen Impfpass festgelegt. Patienten sollen ihn ab 2022 in der elektronischen Patientenakte (ePA) nutzen können.
Rahmendaten für digitalen Impfpass festgelegt
9. Juli 2020
Berlin – In den nächsten Jahren können fast vier Milliarden Euro in die Digitalisierung der Krankenhäuser investiert werden. Darauf wies Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) gestern im Rahmen
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER