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Zyklus-Apps taugen nicht zur Empfängnisverhütung

Freitag, 5. August 2016

Mainz – Smartphone-Applikationen (Apps), die Frauen helfen sollen, ihre fruchtbaren Ta­ge zu erkennen, können möglicherweise bei einem Kinderwunsch hilfreich sein, zur Em­pfäng­nisverhütung dagegen sind sie ungeeignet. Darauf weist die Deutsche Gesell­schaft für Endokrinologie (DGE) hin.

Fertility-Apps wie „Period Tracker“ oder „Ladytimer“ wurden laut Fachgesellschaft in den vergangenen Jahren millionenfach auf Smartphones geladen. „Aber die Hersteller geben meistens nicht einmal an, welche Algorithmen sie verwenden“, kritisierte Matthias Weber, Leiter des Schwerpunkts Endokrinologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Mediensprecher der DGE. Ob sie tatsächlich halten, was sie versprechen, sei daher „völlig unklar“, so seine Einschätzung.

Bei einem Kinderwunsch hat der Experte keine Einwände gegen die Apps. Das einzige Risiko bestehe ja darin, dass die Frau vorerst nicht schwanger werde. Möchte die Frau aber eine Schwangerschaft verhindern, sollte sie nach Ansicht von Weber nicht auf die Apps zurückgreifen – ebenso wenig wie auf sogenannte Zyklus-Computer. „Die Sicher­heit ist nicht ausreichend gewährleistet“, warnte der Experte. Frauen, die eine Schwanger­schaft verhindern wollen, sollten besser auf bewährte Verhütungsarten wie Kondom, Anti­babypille, Spirale oder Methoden der natürlichen Familienplanung zurückgreifen, rät die DGE.

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Vanadin Seifert-Klauss von der Frauenklinik der Technischen Universität München rät Frauen, die andere Verhütungsmethoden verwenden wollen, zur sogenannten sympto­ther­malen Methode, die die Sektion Natürliche Familienplanung (NFP) der Deutschen Ge­sellschaft für gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin seit den 1980er-Jahren entwickelt hat.

Dabei werden drei Methoden kombiniert: Temperaturmessung, Zervikalschleimunter­su­chung und Kalendermethode. „Frauen, die einen Kurs besucht haben, erzielten einen Pearl-Index von 0,4, der der Zuverlässigkeit der Antibabypille nahe kommt“, so die Münchener Expertin. Inzwischen gibt es auch Apps, die auf den NFP-Regeln basieren. „Aber auch diese Apps müssten sich klinischen Prüfungen stellen“, forderte Weber. © hil/aerzteblatt.de

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