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Politik

Tote nach Krebstherapie: Gröhe warnt vor unerforschten Wirkstoffen

Montag, 8. August 2016

Mönchengladbach/Krefeld - Nach dem Tod von drei Krebspatienten nach einer al­ter­nativen Behandlung hat Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) vor dem Einsatz unerfor­schter Wirkstoffe als Medikamente gewarnt. „Die Verabreichung von Subs­tanzen, die nicht als Arzneimittel zugelassen sind und die sich erst in einer experi­mentellen Grund­lagenforschung befinden, ist nicht vertretbar“, sagte der Minister der Rheinischen Post. Dies gelte auch dann, wenn Patienten diese Methode ausdrücklich wünschten.

Der Deutschen Stiftung Patientenschutz reicht diese Warnung nicht aus. Ihr Vorstand Eugen Brysch sagte, Gröhe habe dafür Sorge zu tragen, dass in Deutschland keine Mittel verabreicht würden, die Menschen schadeten. „Als Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter ist er nicht unbeteiligter Zaungast.“

Zwei Frauen und ein Mann aus den Niederlanden waren Ende Juli kurz nach der Be­hand­­lung in einem alternativen Krebszentrum in Brüggen am Niederrhein gestorben. Die Todesursache ist noch nicht bekannt, die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. Zwei wei­tere Patienten liegen im Krankenhaus.

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Untersucht werde insbesondere der Zusammenhang zwischen dem Tod der Patienten und der möglichen Einnahme des Stoffs 3-Bromopyruvat, sagte ein Polizeisprecher. Das Krebszentrum gibt den Wirkstoff, der nicht als Medikament zugelassen ist, als eines der Behandlungsmittel auf seiner Internetseite an. Die Polizei warnt vor der Einnahme. Ob die gestorbenen Patienten mit der Substanz behandelt wurden, werde untersucht. Die Behörden warnten Patienten der Praxis vor einem Gesundheitsrisiko: Betroffene sollten sich fachkundig behandeln lassen.

Die Einrichtung des Heilpraktikers versicherte in einer Stellungnahme, bei den Ermittlun­gen zu kooperieren. Man bedauere den „unbegründeten Verdacht“. Der Kreis Viersen hat dem Heilpraktiker vorerst die Berufsausübung untersagt und das Klaus-Ross-Zent­rum geschlossen.

© dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #697854
Dr.Bayerl
am Mittwoch, 10. August 2016, 10:24

@doc.nemo, völlig richtig

Traditionell "liebt" gerade die laienhafte Politik in der Neuzeit seit Hitler die "Alternative" zur Medizin.
"Medizin" darf man das nicht nennen.
Deshalb bekommen moderne "Gesundheitspolitiker" ein Behandlungsverbot auch bei tödlichen Erkrankungen einfach nicht über die Lippen. Das war schon bei F.J.Strauß so, der den Homöopathen zur Kassenzulassung geholfen hat, da viele Hersteller dieser Wundermittel in Bayern sitzen.
Die einzige Ausnahme sind noch nach einem Gesetz von Kaiser Wilhelm die meldepflichtigen Geschlechtskrankheiten. Und deshalb hat die "moderne" Medizinpolitik das völlig harmlose AIDS von der pers. Meldepflicht gleich mal ausgenommen.
Avatar #88255
doc.nemo
am Dienstag, 9. August 2016, 09:49

@ lupus1955

Heilpraktiker können keinen Krebs behandeln. Punkt. Es sollte ihnen sogar gesetzlich verboten werden. Keine "alternative" Krebstherapie hat jemals irgend einen Nutzen beweisen können. Ob der Tod der drei Patienten kausal auf irgendeine vom Heilpraktiker verabreichte Substanz zurückgeht, spielt letztlich keine Rolle. Heilpraktiker sollten ihre Finger von Krebspatienten lassen!
Avatar #594506
lupus1955
am Montag, 8. August 2016, 19:52

Tote nach Krebstherapie: Gröhe warnt vor unerforschten Wirkstoffen

Bei allem nahe liegenden Verdacht handelt es sich doch um eine Vorverurteilung. Die Überschrift ist erst legitim, wenn ein causaler Zusammenhang nachgewiesen ist. Würden analoge Artikel über Ärztekammer, KV oder Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter veröffentlicht, die Reaktionen wären prompt und (begründet) heftig. Laut und publikumswirksam proklamierte Behauptungen stellen wie in der aktuellen Südeuropäischen Politik keine Faktenfindung dar. Wo bleibt die Rechtsstaatlichkeit?
Übrigens: Sterben unter/nach X-ray oder CTX keine Patienten?
MfG
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