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Masernfälle bei Asylsuchenden deutlich gestiegen

Dienstag, 9. August 2016

Berlin – In den vergangenen Monaten ist die Zahl der Masernfälle bei Asylsuchenden deutlich gestiegen, teilte das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Epidemiologischen Bulletin Nr. 31 mit. Vor allem Kinder im Alter zwischen 0 und 13 Jahren aus Tschetschenien, die etwa ab Mitte Mai nach Deutschland eingereist sind, hätten sich mit einer neuen Variante des Virus infiziert.

Während in den ersten vier Monaten des Jahres 2016 nur drei Masernfälle bei Asylsuchenden bekannt wurden, meldeten die Gesundheitsämter seit Mai 2016 53 Fälle (Stand: 20. Juli 2016). Das RKI geht davon aus, dass die Betroffenen sich bei der Einreise über Polen und Weißrussland mit dem Masernvirus-Genotyp-D8 angesteckt haben. Dieser Genotyp wurde erstmals im April in Inguschetien nachgewiesen und ähnelt der seit einigen Jahren im Kaukasus zirkulierenden Variante D8-Frankfurt-Main.

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Die Infektionen traten kurz nach der Einreise in verschiedenen Bundesländern in Deutschland auf, darunter Schleswig-Holstein, Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen und Brandenburg. Das RKI weist darauf hin, dass auch bei Personen aus anderen Republiken des Nordkaukasus vermehrt Infektionen auftreten könnten.

Bei einem Verdacht sollte das zuständige Gesundheitsamt unverzüglich informiert werden. Asylsuchende Kinder sollten frühestmöglich nach ihrer Ankunft in Deutschland geimpft werden. Ebenso empfiehlt es sich, Mitarbeiter der Einrichtungen zu impfen. Auch hier sind schon erste Infektionen aufgetreten. © gie/aerzteblatt.de

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