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Soziale und kulturelle Barrieren: Jeder dritte HIV-Neuinfizerte kommt nicht aus Deutschland

Mittwoch, 10. August 2016

/dpa

Berlin – Migranten haben im Vergleich zur deutschen Bevölkerung noch immer keinen gleichberechtigten Zugang zu Testangeboten für sexuell übertragbare Krankheiten (STI). Das zeigt der Abschlussbericht der MiTest-Studie, eine qualitative Studie von Forschern des Robert Koch-Instituts (RKI). Um den Zugang zu HIV- und STI-Testangeboten zu verbessern, haben sie jetzt Praxisempfehlungen erarbeitet.

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Migrationsassoziierte soziale, rechtliche, kulturelle und ökonomische Faktoren spiegelten sich in den HIV-Meldedaten wieder. So entfielen beispielsweise 2014 36 % aller HIV-Neudiagnosen auf Menschen, die ein anderes Herkunftsland als Deutschland angaben. Knapp die Hälfte dieser Infektionen wurde vermutlich in Deutschland erworben. Darunter waren vergleichsweise mehr Frauen als unter den deutschen Neuinfektionen (38 versus 8 %). Das erhöhte Risiko ergebe sich nicht per se aus der nicht-deutschen Herkunft, betonen die Autoren. Das zeigt auch eine andere Studie, über die das Deutsche Ärzteblatt online berichtet hat.

Die HIV- und STI-Prävention erfolgt in Deutschland auf nationaler Ebene über:

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

  • Deutsche AIDS-Hilfe (DAH)

  • gynäkologische Praxen und Hausarztpraxen

  • HIV-Schwerpunktpraxen

  • Gesundheitsämter des öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD)

  • lokale AIDS-Hilfen

  • zielgruppenspezifische Einrichtungen anderer freier Träger und regionale und lokale Initiativen

  • Beratungsstellen und Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt

  • kirchliche Verbände, z. Bsp. Caritas und Malteser

Die Primärprävention sei somit vor allem für nach Deutschland zugewanderte Menschen wichtig, schlussfolgern die Autoren der MiTest-Studie. Sie hatten in sieben Fokusgruppen mit jeweils bis zu zwölf Teil­neh­mer aus Städten mit hohem Migrations­anteil von 13% bis 31% das Thema diskutiert. Außerdem füllten Einrichtungen mit potenziellem Testangebot 37 Fragebögen aus.

Zugangsbarrieren für Migranten sehen die Forscher unter anderem in ein­geschränkten Behandlungs-möglich­keiten bei positivem HIV-Status, einen ungeregelten Aufenthaltsstatus, fehlende Kran­ken­ver­siche­rung, Sprachbarrieren, finanzielle Limitationen, Stigmatisierung und Rassismuserfahrung bis hin zu fehlenden Basisangeboten wie Sprach- und Kulturmittlung. Es bedürfe kultursensiblerer Angebote, die sich dem Bedarf besser anpassen.

© gie/aerzteblatt.de

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