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Politik

ASV: Weg für Behandlung gynäkologischer Tumoren ist frei

Donnerstag, 11. August 2016

/dpa

Berlin – Seit gestern können interessierte Ärzte und Krankenhäuser bei den soge­nannten erweiterten Landesausschüssen beantragen, Frauen mit gynäkologischen Tu­mo­ren im Rahmen der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) zu betreuen.

Hintergrund ist, dass die sogenannte Konkretisierung der ASV-Richtlinie zu den gynäko­logischen Tumoren – auch Mammakarzinomen – gestern im Bundesanzeiger veröffent­licht und damit in Kraft gesetzt wurde. Noch Anfang August hatte der Bundesverband am­­bulante spezialfachärztliche Versorgung Verzögerungen bei den gynäkologischen Tu­moren kritisiert.

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Die ASV in diesem Bereich umfasst die Diagnostik und Behandlung von Patientinnen mit einem gynäkologischen Tumor ab dem vollendeten 18. Lebensjahr. Vertragsärzte und Krankenhäuser können die Berechtigung zur ASV beim erweiterten Landesausschuss beantragen. Sie müssen dafür personelle, infrastrukturelle und sogenannte prozessuale Voraussetzungen erfüllen. Zu den personellen Voraussetzungen gehört unter anderem die Arbeit in einem interdisziplinären Behandlungsteam.

Infrastrukturelle Voraussetzung ist beispielsweise eine 24-Stunden-Rufbereitschaft einschließlich Notfalllabor und Bild­ge­bung. Zu den prozessualen Voraussetzungen ge­hören die Zusammenarbeit unter ande­rem mit sozialen Diensten, Physiotherapie, am­bulanten Pflegediensten, Einrichtungen zur ambulanten/stationären Palliativver­sorgung und Pflegefachkräften für Stoma- und Inkontinenztherapie. Außerdem verlang die ASV-Kon­kretisierung interdisziplinäre Tumor­konferenzen für jeden Patienten.

Von besonderer Bedeutung für die Versorgung sind die interdisziplinären Behandlungs­teams – sie gehören zu den oben genannten personellen Voraussetzungen. Laut der jetzt in Kraft getretenen Konkretisierung müssen zum Kernteam ein Arzt für Innere Medi­zin und Hämatologie und Onkologie gehören, ein Arzt für Strahlentherapie und ein Gynä­kologe mit Schwerpunkt gynäkologische Onkologie. Alle drei Fachgruppen können dabei die Rolle des Teamleiters einnehmen. Zahlreiche weitere Fachrichtungen sollen zur Ver­sorgung hinzugezogen werden, unter anderem Genetiker, Nuklearmediziner, Pathologen und andere.

Das Kernteam muss gemeinschaftlich mindestens 250 Patienten mit Mammakarzinom beziehungsweise mindestens 60 Patientinnen mit gynäkologischen Tumoren pro Jahr behandeln. Zusätzlich ist eine arztbezogene Mindestmenge zu erfüllen. © hil/aerzteblatt.de

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