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Medizin

Auch Sport hat eine Placebowirkung

Freitag, 12. August 2016

/dpa

Freiburg – Wer an die positiven Effekte von Sport und Bewegung glaubt, profitiert stär­ker davon. Das berichten Sportwissenschafter der Universität Freiburg um Hendrik Mothes im Journal of Behavioral Medicine (doi 10.1007/s10865-016-9781-3).

Das Team hat 76 Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und 32 Jahren untersucht. Im Labor mussten die Probanden 30 Minuten lang auf einem Fahrradergometer in die Pe­da­­le treten. Davor wurden ihnen jeweils unterschiedliche Kurzfilme gezeigt, die entweder die positive Wirkung von Fahrradfahren für die Gesundheit lobten oder nicht. Außerdem fragten die Forscher die Probanden, ob sie bereits vor Beginn der Studie an positive Effekte durch Sportaktivität glaubten.

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Die Teilnehmer füllten vor und nach dem Training Fragebögen aus, in denen sie Aus­kunft über ihr Wohlbefinden und ihre Stimmung gaben. Zudem maßen die Forscher die Gehirnaktivität der Teilnehmer mit einem Enzephalogramm (EEG).

Die Ergebnisse sprechen laut Arbeitsgruppe für einen Placebo-Effekt beim Sporttreiben: Probanden, die bereits vor Beginn der Untersuchung an positive Effekte durch Sport­ak­ti­vi­tät glaubten, hatten größere Freude an der Bewegung, verbesserten ihre Stimmung stär­ker und reduzierten ihre Ängstlichkeit deutlicher als die weniger optimistischen Teil­nehmer.

Neurophysiologisch zeigte sich zudem ein weiterer Unterschied: Die Teilnehmer mit grö­ße­ren Erwartungen vor Beginn der Untersuchung sowie diejenigen, die zuvor einen Film gesehen hatten, der über die gesundheitlichen Vorzüge des Fahrradfahrens berichtete, wiesen bei der Messung der Hirnaktivität eine größere Entspannung auf.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich die Ergebnisse auch auf andere Aus­dauersportarten wie Joggen, Schwimmen oder Langlaufen übertragen lassen. „Erwar­tungs­haltungen und Vorstellungen haben möglicherweise langfristige Konsequenzen, zum Beispiel für die Motivation zum Sporttreiben. Sie entscheiden mitunter darüber, ob man sich das nächste Mal zum Joggen aufraffen kann oder lieber auf der Couch bleibt“, kommentierte Mothes die Ergebnisse.

© hil/aerzteblatt.de

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Avatar #697854
Dr.Bayerl
am Sonntag, 14. August 2016, 09:23

Was hat das mit Placebo-Wirkung zu tun?

Die Motivation ist selbstverständlich wichtig, aber ein ganz anderes Thema und natürlich kein Ersatz für sportliche Betätigung.
Eher im Gegenteil ist der sportlich trainierte Muskel viel weniger "labil" als die Psyche und es ist eine alte Erfahrung, dass die Nutzung der körperlichen Fitnes z.B. durch einen Lauf eine daniederliegende Psyche wieder aufrichten kann.
Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Samstag, 13. August 2016, 00:10

Das erinnert aber sehr stark...

an einen US-amerikanischen, übergewichtigen Kabarettisten, der gegenüber dem Publikum beteuerte, er würde um abzunehmen jeden Morgen 20-mal "auf-nieder, auf-nieder, auf-nieder" usw. machen und dann dasselbe mit dem anderen Augenlid ausführen.

Ob das je zur Gewichtsreduktion beigetragen oder gar einen Placebo-Effekt hatte, ist nicht überliefert.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Freitag, 12. August 2016, 23:59

Das erinnert aber sehr stark...

an einen übergewichtigen US-amerikanischen Kabarettisten, der gegenüber dem Publikum beteuerte, er würde jeden Morgen 20-mal "auf-nieder, auf-nieder, auf-nieder" usw. machen und dann dasselbe mit dem anderen Augenlid versuchen. Ob er allerdings davon überzeugend abgenommen hat, blieb offen.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
LNS

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