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Politik

Niedersachsen: Sozialministerin will Erhalt des flächendeckenden Kliniknetzes

Dienstag, 16. August 2016

/NKG, Julian Jankowski

Hannover – Wegen knapper Finanzen stecken viele Kliniken in der Klemme – aus Pro­test hat die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft (NKG) heute in Hannover 180 ausgediente Klinikbetten vor dem Rathaus abgestellt.

Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) sicherte den Kliniken während der Aktion über ei­ne bereits bekannte Finanzspritze von 1,36 Milliarden Euro hinaus das Bemühen um wei­tere Unterstützung zu. Sie sprach sich zudem für den Erhalt des flächendeckenden Kli­nik­netzes aus. Allerdings wird von den Kliniken mehr Kooperation statt Konkurrenz ver­langt, durch Fusionen sank die Zahl der Krankenhäuser in Niedersachsen binnen fünf Jahren bereits von 192 auf 180.

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Zwar gehe es den Einrichtungen in Niedersachsen dank aufgestockter Zuschüsse und einer höheren Deckung ihrer Betriebskosten finanziell inzwischen etwas besser, sagte der NKG-Verbandsvorsitzende Helge Engelke. Dennoch investiere das Land dauerhaft zu we­nig Geld in die Ausstattung der Kliniken. Der Bedarf liege bei rund 530 Millionen Euro pro Jahr, das Land investiere jährlich aber nur 260 Millionen Euro. Als erfreulichen Schritt in die richtige Richtung wertete die NKG den einmaligen Zuschuss des Landes von 700 Millionen Euro für die Krankenhausausstattung.

„Ich möchte, dass wir die wohnortnahe Versorgung aufrechterhalten“, sagte Rundt. „Wir fördern aber nur Krankenhäuser, die wir für zukunftsfähig halten.“ Dies sei bei der großen Mehrzahl der Kliniken der Fall. Die Häuser befänden sich mitten in einem Struk­turwandel, der von ihnen mehr Kooperation statt eines ruinösen Wettbewerbs verlange, den manche sich noch lieferten. Zuviel Krankenhausbetten gebe es in Niedersachsen nur noch im Raum Hildesheim und Osnabrück.

Als ein Beispiel für das Zusammenlegen kleinerer Kliniken zu einer tragfähigen Einheit nannte das Sozialministerium das Schaumburger Land. Dort werden das Krankenhaus Bethel in Bückeburg und die beiden Kreiskrankenhäuser Rinteln und Stadthagen in ei­nem Neubau zum Klinikum Schaumburg zentralisiert. Mit dem neuen Gesamtklinikum soll sich das Angebot an Gesundheitsdienstleistungen im Landkreis erweitern. Das Land investiert 95 Millionen Euro in den Neubau. Auch der am vergangenen Freitag eröffnete Neubau des AKH in Celle geht aus dem Zusammenschluss von zwei Krankenhäusern hervor.

Für eine Spezialisierung kleinerer Krankenhäuser und eine Kooperation plädiert auch die Techniker Krankenkasse, die angesichts des Investitionsstaus 2014 das TK-Konzept „Krankenhausversorgung 2020“ vorgelegt hatte. „Eine höhere Spezialisierung bringt mehr Qualität und Wirtschaftlichkeit“, sagte TK-Experte Jochen Blaser.

Die Kauf­männi­sche Krankenkasse (KKH) in Hannover sprach sich insbesondere für schrumpfende länd­­liche Regionen für die Schaffung neuer Gesundheitsangebote aus. Diese sollten Kapazitäten zentral und sektorenübergreifend bündeln und durch mobile Dienste und moderne Technik die Fläche abdecken und die Notfallversorgung sicher­stellen. © dpa/aerzteblatt.de

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