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Medizin

Funktionelle Kernspintomo­graphie zeigt Fortschreiten von Parkin­son-Krankheiten an

Mittwoch, 17. August 2016

Gainesville – Die Änderung der Hirnaktivität, die ein fester Handgriff des Patienten in der funktionellen Kernspintomographie auslöst, könnte ein zuverlässiger Biomarker für Parkinson-Erkrankungen sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie in Neurology (2016, doi: 10.​1212/​WNL.​0000000000002985).

Der Morbus Parkinson und verwandte Erkrankungen können heute durch eine Reihe von Medikamenten behandelt werden. Wirkstoffe wie L-Dopa lindern die Symptome, das Fortschreiten der Erkrankung können sie jedoch nicht aufhalten. Die Suche nach Wirkstoffen, die in das Krankheitsgeschehen eingreifen, wird dadurch erschwert, dass es bislang kaum möglich ist, das Fortschreiten der degenerativen Hirnerkrankungen zu messen.

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Dies könnte sich durch ein neues Untersuchungsverfahren ändern, das das Parkinson's Disease Biomarkers Program jetzt im Auftrag des US-National Institute of Neurological Disorders and Stroke entwickelt hat. Der Test beruht auf der funktionellen Kernspin­tomographie. Sie kann anhand der unterschiedlichen magnetischen Eigenschaften von oxygeniertem und desoxygeniertem Blut erkennen, welche Hirnareale bei einer bestimmten Aufgabe aktiviert werden.

Bei dem von David Vaillancourt von der Universität von Florida in Gainesville und Mitarbeitern vorgeschlagenen Test wird die Änderung der Hirnaktivität in fünf Hirn­zentren gemessen, zu der es durch einen festen Handgriff des Patienten kommt. Die fünf Zentren befinden sich in den Basalganglien, deren Zerstörung für die Symptome des Morbus Parkinson und verwandten Bewegungsstörungen verantwortlich ist.

Um die Eignung des Tests zu untersuchen, verglichen die Forscher die Testergebnisse von 112 Personen im Verlauf von einem Jahr. Darunter waren 46 Patienten mit Morbus Parkinson, 13 Patienten mit einer Multisystematrophie (MSA), 19 Patienten mit einer progressiven supranukleären Blickparese (PSP) und 34 Gesunde. MSA und PSP gehören wie der Morbus Parkinson zu den neurodegenerativen Erkrankungen. Sie haben ihren Ursprung wie der Morbus Parkinson in den Basalganglien, jedoch andere Ursachen. Für die Neurologen ist es wichtig, die Erkrankungen genau unterscheiden zu können.

Dies könnte mit Hilfe der funktionellen Kernspintomographie leichter als bisher gelingen. Während es nämlich beim Morbus Parkinson vor allem im Putamen und im primären motorischen Cortex zu einer Verschlechterung kam, waren die Erkrankungszeichen bei MSA und PSP breiter gestreut. In der Gruppe der gesunden Probanden kam es dage­gen im Verlauf des Jahres zu keinem Rückgang der Hirnaktivität.

Da Kernspintomographen heute in vielen Kliniken vorhanden sind und die Durchführung relativ einfach ist, könnte der Test in vielen Kliniken durchgeführt werden. Ein Einsatz wäre allerdings nur dann sinnvoll, wenn die Ergebnisse auch eine Aussage über die Krankheitsaktivität und besser noch über die Wirksamkeit der Medikamente zulassen würde. Dies muss erst noch gezeigt werden.

Der Test soll zuerst in klinischen Studien eingesetzt werden, die die Wirkung von neuen Medikamenten testen. Dort soll er erstmals Aussagen darüber erlauben, ob die Mittel neben der Linderung der Symptome auch einen Einfluss auf das Fortschreiten der Erkrankung haben. © rme/aerzteblatt.de

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