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Gesundheits-Apps: Potenziale noch nicht genutzt

Donnerstag, 18. August 2016

Gütersloh – Gesundheits-Apps für Bürger und entsprechende Webangebote unter­schei­den sich in ihrer Art deutlich von anderen Innovationen im Gesundheitswesen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse der Bertelsmann Stiftung. Demnach resultieren aus dieser Andersartigkeit verschiedene Hürden, die den Transfer der Anwendungen in den Versorgungsalltag erschweren.

Dazu gehören der Stiftung zufolge das Fehlen eines adäquaten Standards für den Nutzen­nachweis sowie die Unsicherheit über Finanzierungswege im Bereich der ge­setz­lichen Krankenversicherung.

„Die Zahl der Gesundheits-Apps und neuen digitalen Lösungen für Patienten wächst ste­tig“, sagte Timo Thranberend, Projektleiter bei der Bertelsmann Stiftung. Bei weitem sei­en nicht alle Anwendungen aus Public-Health-Sicht oder medizinisch relevant. „Dem Ge­sundheitssystem gelingt es aber noch nicht, aus der Menge der Anwendungen syste­ma­tisch diejenigen zu identifizieren und zu nutzen, die echte Potentiale für Qualität und Effi­zienz haben“, so Thranberend.

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Auf der anderen Seite beklagten Start-ups, dass ihnen der Zugang in das Gesund­heits­system versperrt sei. „Viele Gründer entscheiden sich darum für Anwendungen, die sich auf dem 2. Gesundheitsmarkt direkt an zumeist gesunde Verbraucher richten“, erklärte der Projektleiter. Das sei ein Grund dafür, dass Anwendungen für Menschen mit Risiko­fak­toren und chronisch Kranke bislang stark unterrepräsentiert sind.

Es gäbe zwar schon Anwendungen „auf Rezept“, jedoch sei der Transfer in den Versor­gungsalltag derzeit häufig noch abhängig vom Engagement einzelner Pioniere aufseiten der Kostenträger sowie den Aktivitäten und der System-Kenntnis des jeweiligen Start-ups, so Thranberend. In der Folge würden Potenziale für Patienten und das Sys­tem nicht ausgeschöpft.

Ursache dafür ist laut Bertelsmann der Unterschied von Digital-Health-Anwendungen zu anderen Innovationen wie Arzneimitteln, Medizinprodukten oder neuen Versorgungs­for­men. So seien Digital-Health-Anwendungen häufig weder eine Prozess- noch eine Pro­duktinnovation in Reinform, sondern eher als „Lösung“ zu betrachten. Sie sind der Stif­tung zufolge noch vergleichsweise niedrigpreisig und unterscheiden sich deutlich in ihren Release-Zyklen.

Während diese bei Arzneimitteln rund zehn Jahre betragen, liegen sie bei Gesundheits-Apps und Webanwendungen mit regelmäßigen Updates häufig bei einem Zeitraum von unter einem Jahr. Die Folge: „Die bisherigen Logiken und Verfahren des Innovations­transfers sind auf diesen neuen Bereich nicht 1:1 übertragbar“, sagte Thranberend. © hil/sb/aerzteblatt.de

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