NewsPolitikNiedersachsen soll Muttermilchbank erhalten
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Niedersachsen soll Muttermilchbank erhalten

Freitag, 19. August 2016

/dpa

Hannover – Niedersachsen soll als drittes westdeutsches Bundesland eine Muttermilch­bank erhalten. Nach der ersten Lesung im Landtag zeichnete sich ein parteiübergrei­fen­des Bündnis für einen entsprechenden Antrag von SPD und Grünen ab. Die Einrichtung soll vor allem Frühchen zugute kommen.

„Werden Kinder zu früh entbunden, ist es oft für die Mutter nicht möglich zu stillen“, sagte die SPD-Abgeordnete und Initiatorin des Antrags, Immacolata Glosemeyer. Auf das The­ma war sie durch Zufall gestoßen: „Ich sah im Internet privaten Onlinehandel mit Mutter­milch und fand das absurd.“

Anzeige

Muttermilch ist nach wissenschaftlichen Erkenntnissen die beste Nahrungsform für Säuglinge. Die Sammelstelle, der Frauen überschüssige Milch spenden können, soll zu­nächst als Modellprojekt einer Kinderklinik angeschlossen werden. Private Initiativen sollen miteinbezogen werden.

In dem Antrag wird die Landesregierung ebenfalls aufgefordert, sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, dass der private Handel mit Muttermilch – soweit rechtlich möglich –unter­bunden wird. In Internet hat sich ein florierender Handel mit der kostbaren Milch entwickelt. Wer Muttermilch privat kauft, kann aber nicht überprüfen, ob die Spende­rinnen an übertragbaren Krankheiten leiden oder Drogen, Alkohol, Tabletten oder Nikotin nehmen. Außerdem könnten bei der privaten Produktion, Verarbeitung, Lagerung und Lieferung die notwendigen hygienischen Standards nicht eingehalten werden, heißt es in dem Antrag.

In Ostdeutschland gibt es schon lange Muttermilchbänke – aktuell sind es 13 –, auch, weil Frauen in der DDR nach der Geburt ihrer Kinder schneller wieder arbeiteten. Die erste westdeutsche Einrichtung dieser Art wurde 2012 in München eröffnet, 2015 folgte eine Muttermilchbank in Dortmund.

Der niedersächsische Hebammenverband begrüßt die Initiative in Niedersachsen. Die aktuelle Versorgung mit Muttermilch für Frühgeborene sei nicht ausreichend, sagte die Landesvorsitzende Veronika Bujny. Ein weiterer deutscher Standort ermögliche es außerdem mehr Frauen, Milch zu spenden.

Zwei Jahre nach der Einrichtung der niedersächsischen Muttermilchbank soll es nach den Plänen eine Evaluierung geben, um den Bedarf zu bewerten. Frühgeborene be­nötigen nur wenige Milliliter Muttermilch pro Tag. Sie schützt das Kind unter anderem vor Infektionen und Allergien und wirkt Studien zufolge sogar langfristig präventiv. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

5. Juli 2019
Hannover – Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann (SPD) will die Pflege in einem Bündnis mit Krankenkassen, Pflegeanbietern und Kommunalverbänden voranbringen. „Es ist kein Geheimnis, dass die
Pflegekonferenz in Niedersachsen für Herbst angekündigt
4. Juli 2019
Rostock – In den ärmsten Ländern dieser Welt hängen die Überlebenschancen eines Kindes maßgeblich davon ab, wie viel Zeit zwischen seiner Geburt und der Geburt des nächsten Kindes liegt. Teilweise
Größerer Abstand zwischen Geburten senkt Kindersterblichkeit in armen Ländern
18. Juni 2019
Pittsburgh – IgA-Antikörper in der Muttermilch binden im Darm des Säuglings potenzielle Krankheitserreger und können dadurch Darminfektionen in den ersten Lebensmonaten verhindern. Dies zeigt eine
IgA-Antikörper in der Muttermilch schützen Frühgeborene vor nekrotisierender Enterokolitis
13. Juni 2019
Hannover – Viele Krankenhäuser in Niedersachsen haben Modernisierungsbedarf: Das Land plant deswegen nach Angaben von Sozialministerin Carola Reimann (SPD) im kommenden Jahr an 19 Klinikstandorten
Investitionen an 19 Klinikstandorten in Niedersachsen geplant
5. Juni 2019
Bonn – Acht Empfehlungen dazu, wie Deutschland stillfreundlicher werden könnte, haben Wissenschaftler in dem internationale Forschungsvorhaben „Becoming Breastfeeding Friendly“ formuliert. Sie wurde
Acht Punkte für eine bessere Stillkultur
4. Juni 2019
Hannover – Mit der Gründung einer Dachgesellschaft hat Niedersachsen auf dem Weg zur Sanierung der Universitätskliniken einen weiteren Schritt zur Umsetzung des Milliardenprojektes getan. Eine
Dachgesellschaft bekommt Kontrolle über Sanierung von Unikliniken in Niedersachsen
30. April 2019
Kopenhagen – Im Kampf gegen Fettleibigkeit von Kindern hat die Welt­gesund­heits­organi­sation WHO für das Stillen von Säuglingen geworben. In Teilen Europas sei eine vergleichsweise hohe Rate der
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER